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Simmerath/Monschau: Eifeler Gebührenzahler gehen jetzt auf die Straße

Simmerath/Monschau : Eifeler Gebührenzahler gehen jetzt auf die Straße

Der seit Jahren anhaltende Unmut in der Nordeifel über zu hohe Abwassergebühren beschränkt sich jetzt nicht mehr auf Resolutionen und Appelle: Am Samstag, 2. Juni, sind die Bürger aufgerufen, sich einem Demonstrationszug für mehr Gebührengerechtigkeit anzuschließen.

Geplant ist ein Sternmarsch ab Lammersdorf über die B 399 beziehungsweise ab Bahnhof Konzen über die B258 zum gemeinsamen Treffpunkt Fringshaus. Aufgerufen zu der „Bürger-Demo für mehr Gerechtigkeit” haben das Bürger-Bündnis Kanal/Entsorgung Simmerath (BBKE) und die Interessengemeinschaft Kanal/Entsorgung Monschau (IGKE). Am Treffpunkt Fringshaus findet gegen 12 Uhr eine Endkundgebung statt.

Die Organisatoren wollen sich auf diese Weise bei der Landesregierung in Düsseldorf Gehör verschaffen und rechnen mit einer breiten Beteiligung der Bevölkerung. Man geht von insgesamt 1000 Teilnehmern aus, die sich mit Transparenten und Plakaten auf die Straße begeben werden. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist an diesem Samstag vormittag also zu rechnen.

Über 40 der 395 Kommunen in NRW sind von überdurchschnittlich hohen Kanalgebühren betroffen. Der Durchschnittsgebührensatz in Deutschland beträgt 2,14 Euro; Simmerath liegt mit 6,93 Euro massiv darüber, auch in Monschau (5,70 Euro) sind die Bürger stark belastet.

Zum Vergleich

Zum Vergleich: In Aachen zahlt der Bürger 3,12 Euro je Kubikmeter Abwassergebühr, in Eschweiler 2,96 Euro und in Köln nur 2,11 Euro. Entsprechend unterschiedlich ist auch die Jahresrechnung für einen Durchschnittshaushalt mit 150 Kubikmetern Abwasser. In Simmerath sind es 1012 Euro; in Monschau 855 Euro, in Aachen 468 Euro und in Köln 316 Euro.

Gefordert wird eine einheitliche Gebühr. Ein solcher Akt der Solidarität würde die Gebührenbelastung in ländlichen Gebieten deutlich senken, und in den Ballungsgebieten in einem „vertretbaren Maße” steigern, heißt es bei den Protestlern.