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London: Ehrung für Mondrian: Zwei Ausstellungen in Großbritannien

London : Ehrung für Mondrian: Zwei Ausstellungen in Großbritannien

Geometrische Rasterbilder in Primärfarben - dafür steht der Name des niederländischen Malers Piet Mondrian (1872-1944) in der modernen Kunst. Das Gedenken an seinen 70. Todestag in diesem Jahr haben zwei Museen in Großbritannien zum Anlass genommen, die künstlerische Entwicklung des Avantgarde-Malers erneut unter die Lupe zu nehmen.

Darin wird Mondrians Wandel von der figurativen Malerei zur Abstraktion keineswegs als ein plötzliches Phänomen, sondern als ein „Prozess der vorsichtigen Evolution” dargestellt.

Den Auftakt der Doppel-Ehrung für Mondrian macht die erst vor zwei Jahren eröffnete Galerie „Turner Contemporary” in der südostenglischen Küstenstadt Margate. Das von Stararchitekt David Chipperfield gebaute Museum direkt am Nordseestrand eignet sich nach Angaben seiner Direktoren wegen des ständig wechselnden Lichteinfalls wie kaum ein anderes, die Entwicklung Mondrians aufzuzeigen. Ziel sei es, so Direktorin Victoria Pomery, Mondrian „über das Rasterbild hinaus” zu verstehen. Die Ausstellung war zuvor im Buccerius Kunst Forum in Hamburg zu sehen.

In der Ausstellung „Mondrian and Colour” sind rund 50 Gemälde zu sehen, die überwiegend aus dem Gemeentemuseum in Den Haag, sowie aus Privatsammlungen stammen. Kleine Ölskizzen und frühe Gemälde typischer Landschaften und Szenen aus dem Alltagsleben, sowie Seebilder, lassen laut Pomery Mondrians „tiefe Verwurzelung” in der Tradition der alten niederländischen Meister erkennen. Die spätere Auseinandersetzung mit Goethes Farbenlehre, Mondrians „Abkehr vom Realismus”, seine Begegnung mit dem Kubismus in Paris um 1910 und die Hinwendung zur geometrischen Form wird demonstriert.

Parallel dazu bietet die Tate Liverpool in ihrer Schau „Mondrian and his Studios” vom 6. Juni an eine komplette Rekonstruktion von Mondrians Pariser Studio an. Sie will das „komplexe Verhältnis” des Künstlers zu seiner urbanen Umwelt und zur Architektur untersuchen. „Die Studios waren ein wichtiger Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit”, heißt es dazu in Liverpool.

(dpa)