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Aachen: Durstsensor erinnert ans Trinken

Aachen : Durstsensor erinnert ans Trinken

Ein neu entwickelter Durstsensor soll ältere Menschen, die kein Durstgefühl mehr haben, ans Trinken erinnern. Aachener Forscher entwickelten einen Prototyp, der mit Sensoren unter anderem das Verhältnis von Wasser, Fett und Knochen im Körper misst.

Die Daten werden in einem elektronischen Gerät außerhalb des Körpers ausgewertet. Wenn der Körper zu wenig Wasser hat, gibt es dem Träger ein Signal. Die Forscher rechnen mit einer Marktreife in frühestens fünf Jahren.

„Älteren Menschen geht das Durst-Empfinden verloren”, sagte Projektleiter an der Technischen Hochschule Aachen, Marian Walter. Ein Grund sei die hormonelle Umstellung. „Die Menschen haben kein trockenes Mundgefühl mehr und trinken nicht genug”, stellte der Wissenschaftler am Lehrstuhl für medizinische Informationstechnik fest. Das könne Folgen für Nierenfunktion, Herz und Kreislauf, Gedächtnisleistung oder etwa Durchblutung haben.

Die Funktion des Durstsensors sei mit dem einer Körperfettwaage vergleichbar. Auf vier kleine Kontaktplatten, die am Körper befestigt sind, wird Wechselstrom gegeben. Die kontinuierlich genommenen Messdaten werden in einer jetzt noch taschenbuchgroßen Messtechnik, die am Körper getragen wird, aufgenommen.

Die Werte sollen mit vorher gespeicherten Daten verglichen werden. Die Entwicklung ist ein Ergebnis des fachübergreifenden Forschungsprojektes „Technik-Kultur- Alter” der nordrhein-westfälischen Landesregierung.

Der Prototyp soll jetzt in der Praxis getestet werden. Dabei werden die Wissenschaftler auch verschiedene „Alarmsignal” erproben. „Es soll subtil und für andere nicht wahrnehmbar sein”, nennt Walter den Wunsch älterer Menschen bei einer nicht-repräsentativen Befragung.