Aachen: Durch und durch ein Mensch der Kultur

Aachen: Durch und durch ein Mensch der Kultur

Horst Manstein ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 80 Jahren. Horst Manstein war viele Jahre Redakteur in der Lokalredaktion der Aachener Volkszeitung in Aachen, danach Leiter der Kulturredaktion und später verantwortlicher Redakteur des Wochenend-Magazins.

Seit dem 1. April 1978 gehörte er unserer Redaktion an und blieb bis Oktober 1996, als er in einen kreativen Unruhestand wechselte, vor allem als Reisender und die Kultur Genießender.

Der Kollege war in der Tat ein Mensch der Kultur — auch und gerade als Journalist. Geboren wurde er am 26. Januar 1936 in Mettlach an der Saar und kam hier schon als ganz junger Mensch mit der Musik in Berührung. Er lernte und spielte Klavier und studierte schließlich in Saarbrücken, Freiburg und Paris Musik. Über Paris konnte er erzählen und schwärmen: etwa über die legendären Musik-Keller mit Auftritten von Juliette Greco, George Brassens oder Yves Montand.

Und wenn er zu Hause war, dann zog er mit eigenen Bands durch die Säle der Heimat, entdeckte das danach durchaus populäre Duo „Cindy und Bert“ und sang im „Russischen Chor“ der Uni Freiburg mit seiner schönen Bariton-Stimme auf einer ausgiebigen Europa-Tournee. Die Musik wurde dennoch nicht Mittelpunkt seines Berufslebens. Er entschied sich für den Journalismus, arbeitete in Saarbrücken und Trier, wechselte zur Rheinischen Post nach Düsseldorf und danach zum Kölner Stadt-Anzeiger, schließlich zu uns nach Aachen.

Er war ein Gewinn für unsere Redaktion: als kompetenter Journalist mit fundierter Ausbildung und exzellenter Bildung, als sympathischer Kollege und liebenswürdiger Freund. Auch nach seinem Abschied 1996 hat er bis kurz vor seinem Tod stets den Kontakt zur Redaktion gehalten, und regelmäßig trafen wir uns in Aachen zum Plaudern und natürlich auch zum guten Essen. Wir werden diesen außergewöhnlichen Kollegen und diese so individuelle, so originelle Persönlichkeit in sehr guter Erinnerung behalten. Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme sind bei seiner Familie.

(bm)