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Aachen: Duftende Erdbeeren als „Göttergericht”

Aachen : Duftende Erdbeeren als „Göttergericht”

Der englische Naturphilosoph und Dichter Izaak Walton (1593-1683) hat es einmal auf den Punkt gebracht: „Zweifellos hätte Gott eine bessere Beere als die Erdbeere schaffen können”, schrieb er. „Aber ebenso zweifellos hat er es nicht getan.”

Das wäre auch vergebliche Liebesmüh gewesen. Denn was hätte der Allmächtige da noch verbessern sollen: Kernlos, unvergleichlich im Aroma, mundgerecht in Größe und Festigkeit und obendrein so kalorienarm, dass man ein Kilo davon schmausen könnte, ohne ein schlechtes Gewissen wegen der Figur bekommen zu müssen - so ist die Erdbeere. Nur 32 Kalorien (eigentlich ja Kilokalorien) pro hundert Gramm weist sie auf. Die Banane hat fast dreimal so viele.

Jetzt werden sie wieder überall gepflückt auf den Feldern. Fast alle Bundesbürger mögen frische Erdbeeren, durchschnittlich 1,6 Kilo pro Kopf und Jahr werden für den heimischen Verzehr gekauft - hinzu kommen im eigenen Garten geerntete. Was die pro Kopf und Jahr zu Hause verzehrte Menge an frischen Früchten anlangt, rangieren Erdbeeren nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) für Agrarerzeugnisse jedoch weit hinter Äpfeln (9,8 Kilo) und Bananen (8 Kilo).

Mehr als tausend Sorten der roten „Scheinfrüchte” wurden im Laufe der Zeit weltweit gezüchtet, doch viele davon sind längst wieder in Vergessenheit geraten, weil sie in Geschmack, Größe, Farbe oder Form den Vorstellungen der Verbraucher von einer begehrenswerten Erdbeere nicht entsprochen haben.