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Düsseldorf: Düsseldorfer Schauspielintendant Holm gibt auf

Düsseldorf : Düsseldorfer Schauspielintendant Holm gibt auf

Der Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Staffan Valdemar Holm, gibt sein Amt nach nur 16 Monaten auf. Holm werde das Haus aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung verlassen, verlautete am Donnerstag aus Kreisen der Stadtverwaltung. Ärzte hätten ihm zu dem Schritt geraten. Interimsintendant werde der kaufmännische Geschäftsführer Manfred Weber.

Der 1958 geborene schwedische Theatermann hatte die Intendanz in Düsseldorf erst im Herbst vergangenen Jahres übernommen und wollte das Haus auf einen internationalen Kurs bringen. Zugleich inszenierte er auch selber. Holm kämpfte in seiner ersten Spielzeit allerdings mit einer schwachen Auslastung von nur 62 Prozent. Außerdem verordnete die Landeshauptstadt seinem Haus einen Sparkurs.

Die internationale Vernetzung der Düsseldorfer Bühne war ein Schwerpunkt für Holm. Derzeit geben drei russische Theater im Rahmen des Russlandjahres in Deutschland Gastspiele in Düsseldorf. Holm holte für die zum Teil negativ kritisierten Inszenierungen nicht nur Regisseure, sondern auch Schauspieler aus dem Ausland an den Rhein. Düsseldorf ist außerdem Sitz des neuen europäischen Theaternetzwerks „Mitos21”, dessen Vorsitzender Holm ist.

„Wir müssen auch junge Leute ansprechen”, hatte Holm vor wenigen Tagen gesagt. Als Grund für die schwache Auslastung sah er auch die Großbaustellen des neuen Kö-Bogens und der U-Bahn nahe am Schauspielhaus.

Holm hatte mehrere Jahre das Nationaltheater Dramaten in Stockholm geleitet - das größte Theater Skandinaviens, bevor er im August 2011 als Intendant in Düsseldorf auf Amelie Niermeyer folgte. Nach seinem Regiestudium in Kopenhagen gründete Holm das New Scandinavian Experimental Theatre und wirkte Anfang der 90er Jahre als Hausregisseur am Königlichen Theater Kopenhagen.

Später wurde er Intendant am Theater Malmö. Sein Operndebüt als Regisseur gab er 1996. In Deutschland inszenierte Holm unter anderem am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Frankfurt.

(dpa)