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Düsseldorf: Düsseldorfer Schauspielhaus „wieder auf soliden Beinen ”

Düsseldorf : Düsseldorfer Schauspielhaus „wieder auf soliden Beinen ”

Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat seine Finanzkrise überwunden und lockt wieder mehr Publikum an. „Das Haus steht wirtschaftlich wieder auf ganz soliden Beinen”, sagte der kaufmännische Leiter Alexander von Maravic am Freitag bei der Vorstellung des neuen Spielplans für 2015/16.

Maravic und der künstlerische Leiter Günther Beelitz hatten das Theater mitten in der Krise vor gut einem Jahr für eine Übergangszeit übernommen. Zur Spielzeit 2017/18 wird der bisherige Dresdner Schauspielchef Wilfried Schulz neuer Intendant in Düsseldorf.

Bis dahin muss Beelitz (76) mit seinem Spielplan noch auf den zeitweisen Umzug in eine Ersatzspielstätte reagieren. Das Schauspielhaus muss erneut saniert werden. Von Januar bis Herbst 2016 dient die Probebühne Central nahe dem Hauptbahnhof als Theater.

Beelitz setzt in seiner Abschiedsspielzeit literarisch und politisch auf „deutsche Themen”. Gespielt wird Goethes „Faust” als Verbrecher, der medizinische Versuche an Menschen vornimmt. Auf dem Programm steht auch Klaus Manns „Mephisto” - eine literarische Abrechnung mit dem nach Worten von Beelitz „astreinen Karriereaufstieg” von Gustaf Gründgens, der nach dem Krieg Intendant in Düsseldorf wurde. Um Klaus Manns Vater Thomas Mann und homosexuelle Neigungen geht es Ende August gleich in der Spielzeit-Eröffnungspremiere „Königsallee” nach dem Roman von Hans Pleschinski.

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wendet sich die Uraufführung „Klaus Barbie - Begegnung mit dem Bösen” dem einstigen Gestapo-Kommandanten in Lyon zu. Ab 1. Januar wird im „Central” Bertolt Brecht ein Schwerpunkt. Außerdem inszeniert Roberto Ciulli dort als Koproduktion mit dem Mülheimer Theater an der Ruhr „Die Wupper” von Else Lasker-Schüler.

Die Anstrengungen der letzten zwölf Monate hätten sich gelohnt, sagte Maravic. Das Theater werde in der ablaufenden Spielzeit rund 22 000 Besucher mehr als in der Vorsaison anlocken. Die Platzausnutzung sei um zehn Prozent auf 67 Prozent gestiegen. Einen wesentlichen Anteil daran habe das Junge Schauspielhaus mit einem Zuwachs von 10 000 Besuchern. Das Düsseldorfer Schauspielhaus gehört mit einem Etat von rund 24 Millionen Euro zu den größten Sprechtheatern Deutschlands.

(dpa)