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Düren: Dürener Filmfestival „über arbeiten” thematisiert die Arbeitswelt

Düren : Dürener Filmfestival „über arbeiten” thematisiert die Arbeitswelt

„über arbeiten” - unter diesem gewitzten Titel macht sich ein bundesweites Filmfestival Gedanken zu Arbeit, Wirtschaft und Globalisierung. In Düren werden die 15 Kurz- und Langfilme vom 1. bis zum 6. März im Comet-Cinema gezeigt. Die Eröffnungsveranstaltung am Mittwochabend um 18.30 Uhr im Kreishaus Düren gibt den Startschuss zur einer gelungenen Aktion mit vielen interessanten Filmen.

Die Welt der Arbeit ist in Bewegung. Das weite Feld zwischen Heuschrecken, Globalisierung, Billiglohn und Kinderarbeit einmal nicht in politischen Thesen oder Seminaren abzugrasen, sondern in exzellenten Film-Dokumentationen mit Augen und Ohren zu erfahren, ist die überzeugende Idee von „über arbeiten”.

Da erzählt „Abschalten! - Apaga y vámonos” vom Widerstand der chilenischen Mapuche-Pehuenche gegen den zerstörerischen Bau des weltweit drittgrößten Staudamms durch den spanischen Energiekonzern Endesa. Während „Enron - The smartest guys in the room” den größten Finanzskandal der US-Wirtschaftsgeschichte durchleuchtet, gewährt „China Blue” Einblicke hinter die geschlossenen Fabriktore chinesischer Billig-Nähereien für westliche Kleidung und gibt den anonymen Arbeiterinnen ein Gesicht.

Hinter der Tournee „über arbeiten” steht das breite Aktionsbündnis „Die Gesellschaftler” (http://www.diegesellschaftler.de). Zu ihm gehören unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, der Sozialverband VdK, Bund e.V., Pro Asyl, TransFair und der DGB. Eine starke Gemeinschaft, die ein starkes Programm auf die Reise schickt.

Dabei sind die Filme auch in Fachkreisen so anerkannt, dass der „film-dienst” der Tournee „über arbeiten” gleich eine mehrteilige Reihe widmete. Das Filmfestival reist seit November 2006 durch 80 deutsche Städte und ist der Auftakt von insgesamt drei Filmtourneen. Bis zum Frühjahr 2007 nehmen Multiplex-, Programm- und kommunale Kinos teil.

Zum Prinzip der Festivaltournee gehört, dass lokale Partner den Film begleiten. In Düren sind dies der Caritasverband, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Eine-Welt-Laden Düren und die Koordinationsstelle Pro Seniorinnen und Senioren im Kreis Düren. Letzterer stellt beispielsweise den Schweizer Film „Herb, mein Herbst?” vor, in dem Rose, Nadine und Jacqueline - zusammen 240 Jahre alt - in ihren Beschäftigungen gezeigt werden, mit der sie der Langeweile des Rentnerdaseins entfliehen wollen.

Das Thema dieser Dokumentation ist nicht die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, sondern der Versuch dreier couragierter Damen, trotz vieler Fehlschläge ihrem Leben Selbstständigkeit und Würde zu verleihen.

Mit im Programm ist auch ein Beitrag aus der Region: „Die Döner Queen Teil 2” realisierten Ulrike Bartels und Dieter Zeppenfeld von der Aachener Filmproduktion Zinnober. Der Kurzfilm porträtiert Hülya Günes, die in Pirmasens mit nichts als dem Willen zum Erfolg und ein paar Kontakten von die Dönerfabrik Lezzet gegründet haben. Leider nicht in der vom Freiwilligenzentrum Düren e.V. organisierten Auswahl dabei ist der deutsche Film „Behind the Couch - Casting in Hollywood” von Veit Helmer. In die Freude über einen seltenen Filmhöhepunkt in der Region mischt sich der Hunger auf mehr, auf das komplette Programm von „über arbeiten”.