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Düsseldorf: Druckgrafik der 20er Jahre von Otto Dix in Düsseldorf

Düsseldorf : Druckgrafik der 20er Jahre von Otto Dix in Düsseldorf

Unter dem Titel „Zeit des Wahnsinns” zeigt das Düsseldorfer museum kunst palast seit Samstag Druckgrafiken der 20er Jahre von Otto Dix.

Neben dem 50 Blätter umfassenden Radierzyklus „Der Krieg” sind nach Museumsangaben weitere Mappenwerke aus dem Bestand der eigenen Grafischen Sammlung zu sehen. In den Radierungen des Hauptwerks der Kunst der 20er Jahre wechseln sich den Angaben zufolge bittere Schilderungen menschlichen Leidens, kaum erträgliche Ansichten verwüsteter Landschaften und sarkastische Satiren ab. Die Intensität und die Aktualität des bei seiner Veröffentlichung skandalösen Werks hätten sich auch im 21. Jahrhundert nicht verringert. Die Ausstellung ist bis 25. Januar zu sehen.

Dix wurde 1881 als Sohn eines Eisengießers und einer Näherin in Gera-Untermhaus geboren. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler studierte er an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Dix kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg. Das Grauen, das er miterlebte, ließ er in seine Bilder einfließen. Nach dem Krieg lebte er für einige Jahre in Düsseldorf und trat der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland bei. Zwischen 1925 und 1927 arbeitete Dix wieder in Berlin. Anschließend erhielt er bis 1933 eine Professur an der Kunstakademie in Dresden und wurde Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.

Dix war einer der ersten Kunstprofessoren, die Anfang der dreißiger Jahre durch die Nationalsozialisten entlassen werden. Er zog nach Hemmenhofen am Bodensee und malte vor allem Landschaftsbilder. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat eingezogen und geriet in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1946 nach Hemmenhofen zurückkehrte.

Nach Kriegsende blieb Dix ein Außenseiter zwischen den beiden deutschen Staaten. In den sechziger Jahren erhielt er Ehrungen und Preise in beiden Teilen Deutschlands. 1969 starb er nach einem zweiten Schlaganfall in Singen am Hohentwiel. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.