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Mönchengladbach: Doppelmord: Erol P. soll lebenslang hinter Gitter

Mönchengladbach : Doppelmord: Erol P. soll lebenslang hinter Gitter

Im Mönchengladbacher Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten die Höchststrafe gefordert.

Erol P. solle zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt werden. Außerdem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden.

Er sei eine Gefahr für seine Familienangehörigen und die Allgemeinheit, sagte der Ankläger am Dienstag vor dem Landgericht in Mönchengladbach. Die Tat komme einer zweifachen „Hinrichtung” gleich und sei Ausdruck „seines abgrundtiefen Hasses”.

So habe Erol P. seiner am Boden liegenden Frau den Fuß auf die Brust gesetzt und ihr zwei Mal in den Kopf geschossen. Seiner Tochter habe er zuerst von hinten und der als sie am Boden lag noch einmal in den Kopf gefeuert.

Der Angeklagte habe eine charakterliche Neigung zu Wutausbrüchen, sexuellen Straftaten und zur Gewalt. So habe er auch seine Schwägerin vergewaltigt und erniedrigt. Es habe sich keineswegs um Affekttaten gehandelt, wie die Verteidigung es darzustellen versuche.

Lediglich den Vorwurf, Erol P. habe versucht, auch seinen Sohn zu ermorden, ließen die Ankläger fallen. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag verkündet werden.

Der Fall hatte im März vergangenen Jahres für einen Justiz-Skandal gesorgt, weil gegen Erol P. zur Tatzeit bereits ein Haftbefehl vorlag, auf den die Anwältin seiner Frau die Justiz hingewiesen hatte.

Nach einem Sorgerechtstermin war er dennoch als freier Mann aus dem Justizgebäude spaziert. Wenige Minuten später fielen vor der Wohnung der Familie die tödlichen Schüsse. Die Justiz hatte wegen möglicher Versäumnisse wochenlang in den eigenen Reihen ermittelt, das Verfahren aber eingestellt.