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Herzogenrath: Dominique Horwitz brilliert mit Brel-Hommage

Herzogenrath : Dominique Horwitz brilliert mit Brel-Hommage

„Ne me quitte pas“, „Amsterdam“, „Il pleut“: nur drei der vielen Meisterwerke von Jacques Brel. Dominique Horwitz verneigt sich mit seinem Bühnenprogramm vor dem Wirken und dem Werk des 1978 gestorbenen belgischen Chansonniers und Schauspielers.

Dass Horwitz, selbst in Paris geboren und heute nahe Weimar lebend, außerdem ein begnadeter Erzähler und überaus netter Typ ist, zeigte sich bei seinem Konzert im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion Aachen im ausverkauften Forum der Europaschule in Herzogenrath.

Dramatisch, komisch, expressiv, subtil: Die Merkmale, die Brel zugeschrieben werden, verkörpert auch Horwitz in Reinform. Wie nah er am Original ist, zeigt sich auch in seiner Bühnenpräsenz. Da gibt er trefflich den nach dem passenden deutschen Wort suchenden, französisch sprechenden Chansonnier, um ein Augenzwinkern später mit einem gemurmelten Nebensatz in reinstem Hochdeutsch zu landen. Die Besucher sind begeistert ob der gesanglichen Raffinesse des Mannes auf der Bühne und der Wucht der präsentierten Stücke.

Horwitz bleibt auch in der höchsten Dichte der mal gesungenen, oft gesprochenen und seltener geschmetterten Worte immer Herr der Lage. Brillant das Zusammenspiel mit dem ausgezeichneten Andreas Reukauf am Flügel. Schon beim Opener „Madeleine“ befeuern sich Horwitzes' Stimme und der Klang des Klaviers gegenseitig, schaffen aus der kleinen Szene über den Mann, der vergeblich auf sein Rendezvous wartet, ganz große Kunst. Mit jedem Lied lotet Horwitz die Tiefen der menschlichen Seele aus. Beinahe mühelos schafft er dabei den Spagat zwischen Trauer und Glück, der in Brels riesigem Oeuvre stets zu fassen ist.

Am Ende des Konzerts scheint Horwitz selbst überaus zufrieden mit seiner Darbietung zu sein; der Applaus, der Jubel, der schon nach dem zweiten Stück aufgebrandet war, macht deutlich, dass dieser Abend ganz großes Kopfkino war. Wer Brel mag, dürfte Horwitz lieben. Chapeau!