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Aachen: Domina-Prozess: Anklage fordert neun Jahre

Aachen : Domina-Prozess: Anklage fordert neun Jahre

Im „Domina-Prozess” vor dem Landgericht Aachen hat die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags eine Freiheitsstrafe von neun Jahren für den Angeklagten gefordert.

Er habe seine im Rotlichtmilieu jobbende Ehefrau im Streit durch einen einzigen Messerstich ins Herz getötet. Vorher habe er mit einem Nudelholz auf die 48-Jährige eingeschlagen.

Die Staatsanwaltschaft ging am Mittwoch vor Gericht davon aus, dass der 54 Jahre alte Mann mit „absolutem Tötungswillen” handelte. Er sei von seiner Frau provoziert worden. Der Angeklagte hatte die Tat vor Gericht gestanden.

Nach 28 Ehejahren war die Beziehung durch hohe Schulden, den Nebenjob der Krankenschwester als Domina im Sado-Maso-Bereich und eine außereheliche Beziehung belastet. Die Frau hatte erst als Küsterin gejobbt, ehe sie als Prostituierte und später als Domina arbeitete.

Einige Wochen vor dem Geschehen hatte der Angeklagte einen Selbstmordversuch unternommen und war in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt worden. Laut Sachverständigengutachten war er zum Zeitpunkt der Tat voll schuldfähig. Das Urteil wird für Freitag erwartet.