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Aachen: „Diskussion ist unverantwortlich”

Aachen : „Diskussion ist unverantwortlich”

Als überzogen und unverantwortlich hat der katholische Filmexperte Josef Lederle die Diskussion um den türkischen Film „Tal der Wölfe - Irak” bezeichnet.

„Der Film mag anti-amerikanisch sein wie unsere Actionfilme anti-russisch oder anti-arabisch sind. Aber er ist nicht anti-zionistisch und nicht volksverhetzend”, sagt der Redakteur der in Bonn erscheinenden Zeitschrift „film-dienst”.

Frage: Herr Lederle, welche Qualität hat der Film „Im Tal der Wölfe”?

Lederle: Es handelt sich hierbei ganz klar um zweite Wahl - ein B-Movie für ein türkisches Publikum. Und gleichzeitig ist es der teuerste Film, der je in der Türkei gedreht wurde. Hintergrund ist eine populäre TV-Serie, deren Held ein Geheimagent ist, der immer wieder die unmöglichsten Fälle löst. Aufhänger für die hier verfilmte Geschichte ist ein wahrer Zwischenfall aus dem Jahr 2003, als US-Soldaten im Irak türkische Soldaten in deren Lager gefangengenommen und abgeführt hatten. In der Folge geht es um die Wiederherstellung der Ehre der Türkei und dieser Soldaten. Das türkische Ehrverständnis steht im Mittelpunkt zahlreicher Kinofilme aus der Türkei und wird auch hier - geradezu kopflos - bedient. Das gehört zum Genre einfach dazu.