Digitales Archiv: Ludwig Forum zeigt Video-Sammlung im Internet

Digitales Archiv: Ludwig Forum zeigt Video-Sammlung im Internet

Das Aachener Ludwig Forum hat in den vergangenen Jahren sein umfangreiches Video-Archiv erforschen und digital erfassen lassen. Das Ergebnis ist jetzt auf einer Internet-Seite für jeden zugänglich. Parallel dazu wurden Ausstellungen organisiert, jetzt zum Abschluss des Forschungsprojekts steht eine weitere an: „Die Belgier. Les images immatérielles“ lautet ihr Titel.

Es bedarf nicht eines ausgewiesenen Fachverstands, um zu erkennen: Die Geschichte der Videokunst ist auch ein Stück Technik-Historie. Super8-Bänder oder VHS-Kassetten wissen heutzutage allenfalls noch Nostalgikern zu gefallen, nicht selten sind die mitunter raumgreifenden Sammlungen derartiger Bildträger aus dem Alltag verschwunden. Was bleibt, ist die Problematik des Konservierens von womöglich einzigartigen Zeugnissen. Die Digitalisierung macht ihren Erhalt längst möglich, auch für Museen wie das Aachener Ludwig Forum. Allein nimmt dieser Vorgang – bei entsprechender Sammlungsgröße – gewaltig Zeit in Anspruch. Vor diesem Hintergrund lässt sich ein wenig von dem Aufwand greifen, den eine Forschungsgruppe in den vergangenen fünf Jahren betrieben hat. Ihr Anliegen: Das umfangreiche Video-Archiv des Hauses erfassen erforschen und digital erhalten. Parallel wurden Ausstellungen organisiert, jetzt zum Abschluss des Forschungsprojekts steht eine weitere an: „Die Belgier. Les images immatérielles“ lautet ihr Titel.

Nicht weniger als 200 Werke zählt die Videosammlung des Forums, die bis vor einigen Jahren noch in Teilen ein Schattendasein fristete. „Das lag vor allem an den technischen Gegebenheiten“, sagt Brigitte Franzen, ehemalige Leiterin des Hauses und Mitinitiatorin des Projekts. „Die Speichermedien aus früheren Jahrzehnten sind überholt, die Abspieltechnik nicht mehr zeitgemäß. Wir standen vor der Herausforderung, das gesamte Archiv zu digitalisieren.“ Mit „glücklicher Fügung“, aber auch dank großzügiger Fördermittel der Volkswagen-Stiftung, wurde ein Langzeitprojekt angeschoben, an dessen Ende nun eine Präsentation von nahezu sämtlichen Werken – teils in Ausschnitten – auf einer Internet-Seite steht. Darunter sind etwa Werke von Künstlern wie Bruce Nauman, Wolf Vostell oder des Aacheners Franz Buchholz.

„Wir haben jetzt das große Glück, auf fast fünf Jahrzehnte Videokunst problemlos zugreifen zu können“, sagt Andreas Beitin. Der Direktor des Ludwig Forums würdigt dabei Arbeit des Kölner Zentrums für Kunst und Medien (ZKM), das den technischen Teil zu verantworten hatte. Filmrollen, Videokassetten, manche mehr oder weniger knapp vor dem Bandsalat, wurden konserviert und aufbereitet. Die inhaltliche Betreuung und Katalogisierung des Archivs übernahmen Mitarbeiter des Ludwig Forums.

Zu ihnen gehören Sabine Halver und Sonja Wunderlich, die die aktuelle und vierte Auflage der Ausstellungsreihe „Videoarchiv 04: Die Belgier“ verantwortet haben. Neben Künstlern aus Deutschland, den USA und Japan stellen die Belgier mit 20 Arbeiten einen beachtlichen Teil der Sammlung“, sagt Wunderlich. „Die Auswahl hat Spaß gemacht, weil die belgisches Videopioniere mit viel Humor und Akribie gearbeitet haben“. Das lässt sich auch im neuen Online-Videoarchiv nachschauen.

videoarchiv-ludwigforum.de

(Alexander Barth)
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