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Aachen: Die Schattenseiten des Sonnenscheins

Aachen : Die Schattenseiten des Sonnenscheins

Strahlende Aussichten für den Westzipfel der Republik. Und ein Hoch auf „Marco”, das uns mit Temperaturen bis 28 Grad verwöhnt. Noch bis Pfingstsonntag soll „Marco” seine Höchstform halten.

Doch der intensive Sonnenschein hat auch seine Schattenseiten, warnt Hautarzt Mark Neis vom Universitätsklinikum Aachen vor Hauterkrankungen und vorzeitiger Hautalterung.

Der größte Fehler sei es, textile Hüllen fallen zu lassen und ausgiebige Lichtbäder zu genießen. Mark Neis: „Wir müssen uns ganz vorsichtig an die Sonne gewöhnen.”

Empfehlenswert sei es, die direkte Sonneneinstrahlung möglichst gering zu halten, sie zwischen 11 bis 15 Uhr sogar komplett zu vermeiden. Wer perfekt geschützt und gekleidet sein möchte, sollte Sonnencreme auftragen (mindestens Lichtschutzfaktor 16) und zu Textilien greifen, die Beine und Arme bedecken.

Eincremen sei auch dann Pflicht, wenn man bekleidet im Schatten sitzt. Für Kinder gelte die „Vier-H-Regel”: Hut, Hemd, Hose und hoher Lichtschutzfaktor. Die Haut von Kindern reagiert besonders empfindlich und die Anzahl der Sonnenbrände, die ein junger Mensch erleidet, ist ein entscheidender Faktor für das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.

In Deutschland sterben rund 2300 Menschen jährlich am Schwarzen Hautkrebs. Das so genannte „maligne Melanom” ist ein meist braun gefärbter Tumor, der an beliebigen Hautpartien auftreten kann. Bei Früherkennung ist er überwiegend heilbar. Wird er zu spät erkannt, ist er bei 20 bis 25 Prozent der Patienten tödlich.

Hautarzt Neis rät dazu, Haut und Leberflecke zu beobachten. Asymmetrie, veränderte Begrenzungen und Farben seien Alarmsignale. Dass Krankenkassen zum 1. Juli 35-Jährigen eine Ganzkörperuntersuchung der Haut bezahlen, hält der Mediziner für „eine gute Idee”. „Jedoch sollten gerade helle Hauttypen alle sechs bis zwölf Monate untersucht werden”, gibt er zu bedenken. Zudem sei das Alter sei zu hoch angesetzt.

Neis´ Rat, wie die Schattenseiten des Sonnenscheins umgangen werden können, lautet: im Schatten bleiben. „Weiße Haut ist ein Zeichen der Cleverness”, betont er. Und Urlaubern empfiehlt er, sich zu erholen, anstatt mit dem Nachbarn einen Wettkampf auszutragen, wer braungebrannter nach Hause kommt.

Krankenkassen zahlen Vorsorgeuntersuchung

Weitere Informationen zum Thema gibt es auch auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz unter http://www.bfs.de im Internet. Dort steht auch die für Kinder leicht verständlich aufbereitete Broschüre „Mit heiler Haut durch den Sommer” als Download zur Verfügung. Das Bundesamt veröffentlicht dort auch täglich den UV-Index.

Verantwortlich für den starken Anstieg der Hautkrebserkrankungen ist die Zunahme der UV-Strahlung. Wer zu lange in der „Sonne schmort”, oder das Sonnenstudio besucht, riskiert zudem eine vorzeitige Hautalterung.

Erstmals erstatten die Krankenkassen ab 1. Juli für alle Versicherten ab dem 35. Lebensjahr eine Ganzkörper-Hautkrebsuntersuchung im zweijährigen Turnus.