Aachen: Die poetische Kraft von Papier und sanftem Licht

Aachen: Die poetische Kraft von Papier und sanftem Licht

Seine Ausstellungen führen ihn seit Jahren zu den ersten Adressen in Deutschland und weit darüber hinaus. Und doch gehört er zu den Stillen im Lande: Werner Haypeter.

Die Sammlung Kunst aus NRW in der alten Reichsabtei in Kornelimünster widmet dem in Düsseldorf und Bonn lebenden Künstler nun eine große Ausstellung und knüpft damit an das Künstlerförderungsprogramm des Landes NRW an, in dessen Rahmen 1993 eine Arbeit Haypeters erworben wurde und lange Zeit den Kabinettsaal der Düsseldorfer Staatskanzlei schmückte.

Der Kunstfreund muss einen ausgesprochenen Sinn für Feinsinn mitbringen, um die Objekte und Papierbilder Haypeters in ihrer ganzen Qualität erfassen zu können. Seine Themen kreisen um so schlichte Phänomene wie Flächen, Schichten und Durchsichtigkeit. Papier bemalt er mit einer einzigen Farbe von der Rückseite, um die Struktur des Materials zur Geltung kommen zu lassen.

Und wenn dieses zurückhaltende Temperament, das von 1978 bis 1985 an der Kunstakademie Düsseldorf studierte und Meisterschüler von Erwin Heerich war, einmal ganz aus sich herauskommt, dann gipfelt solch ein Ausbruch an schöpferischer Urgewalt darin - dass er ein Blatt aufschlitzt und ein anderes Stück Papier dahinterschiebt. Wenn das keine Minimal Art ist . . .

Bisheriger Höhepunkt

Der bisherige Höhepunkt in seinem Schaffen: das „Lichtfeld” - eine Installation aus scheinbar industriellen Zusammenhängen entnommenen Stativen mit aufgesetzten Lampen aus mehrschichtigen Plexiglasscheiben, die ein sanftes, aber kaltes Licht verströmen. Wie rätselhafte Kraftfelder bezieht das skulptural, fast körperhaft wirkende Ensemble seine Energie aus einem Kabel an der barock bemalten Stuckdecke der Reichsabtei.

Den Künstler freut die eigentümliche Bezugnahme seines Objekts auf die Architektur und findet sie ausgesprochen spannend. Einer anderen Installation aus wie zufällig an die Wand geworfenen Holz-Aluminiumstäben wohnen tatsächlich Maß und Ordnung inne wie einer barocken Architektur. Das Spannende daran: Man muss sie erst einmal entdecken!

„Bilder- Objekte - Installationen. Werner Haypeter”, Reichsabtei Kornelimünster, Abteigarten 6. Eröffnung: Samstag, 21. Mai, 16 Uhr (bis 3. Juli). Geöffnet: Di./Mi. 10-13 u. 15-17 Uhr; Sa. 15-18, So. 12-18 Uhr und nach Vereinbarung, Telefon 02408/6492. Eintritt frei.

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