Aachen: Die Klänge leuchten in unendlich vielen Farben

Aachen: Die Klänge leuchten in unendlich vielen Farben

Volles Haus bei der Eröffnung der neuen Saison der Kammermusikreihe Accordate im Krönungssaal des Aachene Rathauses.

Rund 600 Zuhörer wollten das französische Ysaye Quartett mit Guillaume Sutre, Luc-Marie Aguera, Miguel da Silva und Yovan Markowitch hören, darunter der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, der eine Zusammenarbeit des Musikrates mit Accordate in Form von Konzerten mit jungen Preisträgern des Wettbewerbs des Deutschen Musikrates ankündigte.

Die Franzosen waren mit einem abwechslungsreichen und gehaltvollen Programm angereist, das Quartette von Haydn, Schubert und Debussy enthielt. Tonschön und mit transparentem Klangbild geriet die Wiedergabe von Joseph Haydns Quartett D-Dur op. 76/5, die klangliche Eleganz mit Konventionalität bei der Phrasierung verband. Errungenschaften einer historisierenden Aufführungspraxis fanden hier keinen Platz.

Franz Schuberts liedhaft-melodiöse Themen im Quartett a-Moll „Rosamunde” spielten die Franzosen mit großer tonlicher Innigkeit und Zartheit, fanden aber auch adäquate Klänge für die dramatischen Einbrüche und die beklemmende Fahlheit vor allem im Finale.

Höhepunkte bei Schubert wie auch schon bei Haydn waren die wundervoll ausgespielten langsamen Sätze. Die Vollkommenheit des Zusammenspiels wurde bisweilen ein wenig beeinträchtigt durch kleine rhythmische Ungenauigkeiten des Primarius, der bei bestimmten rthythmischen Kon-stellationen eine gewisse Hast an den Tag legte.

Spieltechnische Einschränkungen dieser Art waren völlig verflogen bei der Wiedergabe von Debussys einzigem Streichquartett, das eine vollkommene, in unendlich vielen Farben leuchtende, ungemein differenzierte Wiedergabe fand, die mit Klängen von geradezu orchestraler Wirkung bis zu feinstem Verhauchen aufwartete. Das war allerhöchste Quartettkunst. Ein virtuoser Prestosatz von Haydn als Zugabe beschloss ein begeistert aufgenommenes Konzert.

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