1. Kultur

Köln: Die Kettensäge lief noch: Enthauptung mit Zeitschaltuhr gestartet

Köln : Die Kettensäge lief noch: Enthauptung mit Zeitschaltuhr gestartet

Nach dem Kölner Familiendrama, bei dem ein junger Mann seinen Vater erstochen und sich dann mit einer Kettensäge selbst geköpft hat, sucht die Polizei weiter nach dem Motiv. In der gemeinsamen Wohnung war ein blutverschmierter Brief des Vaters gefunden worden, der inzwischen ausgewertet sei, teilte Oberstaatsanwalt Alf Willwacher am Mittwoch mit.

Durch den Brief seien die Ermittler aber „auch nicht schlauer” geworden. „Zum möglichen Motiv gibt es nach wie vor keine Anhaltspunkte”, sagte Willwacher. Der 70 Jahre alte Vater habe unter anderem geschrieben, er befürchte seinen Tod, aber keine Aussagen zu dem Grund gemacht. Derzeit würden weitere schriftliche Unterlagen ausgewertet. Nach einer ersten Grobsichtung machten sich die Ermittler aber keine großen Hoffnungen auf weitere Hinweise.

Berichte in Kölner Medien, wonach angeblich der Vater den Sohn missbraucht haben soll oder der Sohn den Selbstmord seiner Mutter vor einigen Jahren nicht verkraftet haben könnte, kommentierte die Staatsanwaltschaft nicht. „An Spekulationen beteiligen wir uns nicht”, sagte Willwacher.

Die „Kölnische Rundschau” berichtet unter Berufung auf die Polizei, der 24-jährige Peter T. habe offenbar seinen 70-jährigen Vater mit mehreren Messerstichen in den Hals getötet und sich anschließend selbst mit einer Kettensäge enthauptet.

Nach dem Mord an seinem Vater, der am vergangenen Samstag seinen 70. Geburtstag gefeiert habe, soll Peter T. die Kettensäge aus einem Abstellraum im Dachgeschoss geholt haben. Drei Blutspuren hätten die Beamten der Spurensicherung im Treppenhaus gesichert.

Dann müssten sich in der Wohnung im zweiten Obergeschoss Horrorszenen abgespielt haben: „Wie die Rundschau erfuhr, hatte Peter T. die Säge entweder auf dem Boden oder auf einem Tisch fixiert und mit einem Verlängerungskabel angeschlossen. Anschließend soll der 24-Jährige eine Zeitschaltuhr aktiviert haben. Er soll seinen Hals auf die Säge gelegt und gewartet haben, bis das Gerät schließlich ansprang. Als die Polizisten vor die Wohnungstür traten, lief die Kettensäge noch. Die Zeitschaltuhr schaltete sich in dem Moment ab, als die Beamten die Tür gewaltsam öffneten.”

Die Kölner berichten weiter, die Mordkommission gehe einem Hinweis nach, dass der Vater seinen Sohn über Jahre missbraucht haben soll. Diesen Missbrauch soll der 24-Jährige auf Video aufgenommen haben. „Wir haben die Bänder in den Räumen noch nicht gefunden. Aber wir werden weiter suchen”, wird Polizeisprecher Kalkum zitiert.