Würselen: Die gereiften Herren machen keine Experimente

Würselen : Die gereiften Herren machen keine Experimente

Ganz schön lange Zeit, 31 Jahre sind es mittlerweile. Da kommt bei einer Band einiges zusammen. Viele Hits sind es im Fall der Hooters, fast alle davon aus den 80er Jahren.

Angestaubt ist es aber keinesfalls, was die Amerikaner bei ihrem Auftritt auf Burg Wilhelmstein präsentieren. Eher zeitlos, wie es das früher schon war: ein eigenständiges, hübsch handgemachtes Gemisch aus melodieverliebtem US-Rock, Pop und vielen feinen Irish-Folk-Einsprengseln.

Adrett im Hemd und von Kopf bis Fuß in Schwarz kommen die sechs Herren auf die Bühne. Die Garderobe kann als Verbeugung vor der Burg verstanden werden, deren Ambiente sie „amazing” finden, und tut der Spielfreude keinen Abbruch. Zwei Stunden werden die Hooters am Ende mit einigen Knallern gefüllt haben, die sich die Band allerdings aufspart.

Zunächst gibt es eine Handvoll Songs, die vor allem von den knapp 20 Fans gefeiert werden, die schon zu Beginn dicht vor der Bühne stehen. Zwischen ihnen und den Sitzreihen bleibt eine Lücke und es dauert ein wenig, bis die Musiker sie überwunden haben. Erst „500 Miles” mit seinem verschleppten Reggaerhythmus und dem Mitsing-Refrain bricht das Eis.

Es gibt einige im Publikum, die vor allem auf solche bekannten Single-Hits warten und sie dann stehend abfeiern. Gelegenheit gibt es reichlich: „All You Zombies”, „Satellite”, „Johnny B” oder das durch Joan Osborne bekannt gewordene „One Of Us” - alles da, alles angenehm schnörkellos gespielt. Die Hooters machen keine Experimente, suchen nicht nach einem neuen Gewand für ihre Songs. Hier gehen gereifte Männer zu Werk, die ihr Handwerk verstehen. Multiinstrumentalisten, die nicht nur ihre Gitarren, sondern auch Mandoline, Mundharmonika und Akkordeon im Griff haben und sich auf der Bühne blind verstehen.

Einzig Gitarrist Tommy Williams ist neu an Bord und der Jüngste. Eric Bazilian, Rob Hyman, John Lilley, Fran Smith Jr. und David Uosikkinen sind schon immer dabei. Und das spürt man. Bei den gefühlvoll intonierten Gitarrensoli und dem mehrstimmigen Gesang, der an keiner Stelle wackelt.

Selbst Kurioses hat Platz auf der Setlist: Eric Bazilian legt nämlich gern mal auf Deutsch los und macht seine Sache deutlich besser als einst die Beatles. Beim Song „Private Emotion” gibt es eine Strophe auf Deutsch, im Zugabenblock folgt gar ein ganzer Song, ein flottes Trinklied. Und das beinahe akzentfrei. Auch dafür gibt es wie so oft an diesem Abend viel Applaus. Verdientermaßen.