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Die ARD feiert Geburtstag

70 Jahre : Die ARD feiert Geburtstag

Vor 70 Jahren startete die ARD. Und damit später das erste Fernsehprogramm, das man landesweit empfangen konnte. Das Besondere an der ARD ist aber, dass sie aus neun verschiedenen Sendern besteht - und die alle zusammen gestalten das Programm.

Vor genau 70 Jahren ging die ARD an den Start - und damit wenige Jahre später das erste Fernsehprogramm, das man in der damaligen Bundesrepublik landesweit empfangen konnte. Doch was bedeuten diese drei Buchstaben? ARD steht für „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“. Puh, das ist ja ein sehr langer und ziemlich komplizierter Name. Aber er verrät auch schon viel über die ARD.

„Sie ist ein Verbund aus neun verschiedenen Rundfunkanstalten. Alle zusammen gestalten das Programm. Das heißt, jeder Sender darf etwas beisteuern“, erklärt Hans-Ulrich Wagner. Er arbeitet in einem Institut für Medienforschung in der Stadt Hamburg. Dort sitzt auch der Norddeutsche Rundfunk, kurz NDR. Er war einer der Sender, die die ARD gegründet haben. Beim NDR wird auch die „Tagesschau“ produziert. Die „Sendung mit der Maus“ kommt dagegen vom Westdeutschen Rundfunk Köln, kurz WDR. Das Sandmännchen wiederum entsteht beim Rundfunk Berlin-Brandenburg.

ARD bedeutet also, dass mehrere Sender gemeinsam ein Fernsehprogramm machen. Das ist aber nicht immer einfach. Denn darüber, welche Sendungen in der ARD laufen dürfen, wird oft sehr lange diskutiert. „Viele Leute kritisieren, dass dieser Verbund zu schwerfällig sei und zu lange für eine Entscheidung brauche“, sagt der Experte. In den drei Buchstaben versteckt sich aber noch ein weiterer wichtiger Hinweis. Die ARD gehört zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Das bedeutet, sie gehört keinem Unternehmen. Sondern sie gehört uns allen. Und das ist eine enorm wichtige Sache“, sagt Hans-Ulrich Wagner. Denn dadurch können zum Beispiel Politiker nicht einfach bestimmen, was im Programm laufen soll. Darüber entscheiden die sogenannten Rundfunkräte mit.

In diesen Räten sitzen unterschiedliche Menschen: Leute verschiedener Religionen zum Beispiel, aus der Wirtschaft, der Kunst oder aus verschiedenen Parteien. „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk heißt, dass alle gesellschaftlichen Gruppen eine Stimme bekommen. Die Vielfalt unserer Gesellschaft soll sich so im Programm widerspiegeln“, erklärt der Fachmann. Und das ist doch eine ziemlich gute Sache.

(dpa)