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Aachen: Die Arche und Gott: Kinderbuchautor Hub liest im Oktogon

Aachen : Die Arche und Gott: Kinderbuchautor Hub liest im Oktogon

Ein Kinderstück über Gott? „Nicht mein Ding“, antworte damals der Autor und Regisseur Ulrich Hub seinem Verlag. Doch der ließ nicht locker. Schließlich hat Hub zugestimmt, etwas zu schreiben, das mit und ohne Gottesglaube funktioniert — „An der Arche um Acht“ wurde ein bemerkenswerter Erfolg.

Nach der Uraufführung 2006 im Badischen Staatstheater Wiesbaden als Hörspiel produziert, erhielt das Werk schon 2006/2007 fünf Auszeichnungen. „Andere erhalten auch Preis, da ist etwas Glück dabei“, meint Hub.

Noch 2006 wanderten die Arche-Pinguine ins Buch, das Ulrich Hub auf der Reise nach Aachen im Gepäck hat: Der Autor liest am Sonntag, 30. August, 16 Uhr, im Aachener Dom — unmittelbar unter dem Barbarossa-Leuchter. Die Stühle werden ins Sechzehneck geräumt, wo sich die Erwachsenen und Jugendlichen niederlassen dürfen. Für die kleinen Zuhörer werden auf dem kühlen Mosaikboden des Oktogons Teppiche ausgebreitet und Sitzkissen verteilt.

„Die Geschichte hat mich gereizt, weil hier Gott zugibt, dass er einen Fehler gemacht hat, und erklärt, er wolle nie wieder eine Sintflut schicken“, erzählt Hub, der eine deutliche Vorliebe für Pinguine hat. Sie sind nicht nur Hauptpersonen in dieser Erzählung, sondern auch bei „Der dickste Pinguin vom Pol“ (1996) und „Pinguine können keinen Käsekuchen backen“ (2001).

„Das hat mit dem Theater zu tun“, sagt der 51-Jährige. „Pinguine kann man schön einfach darstellen, die erkennt jeder. In seinen Lesungen nimmt Hub gern Kontakt mit den Kindern auf, lässt sich auf Ort und Atmosphäre ein. Da nutzen ihm seine Erfahrungen als Schauspieler und Regisseur. Als die Einladung nach Aachen kam, hat er sich über den Wunsch gefreut, „genau dieses Buch“ mitzubringen. „Ich möchte die Fantasie der Kinder anregen, Begriffe wie Freundschaft und Verzeihen umsetzen.“

Was passiert? Drei Pinguine streiten über Gott und die Welt. Während sie in der Antarktis beisammen sitzen, erhalten sie die Botschaft von der Sintflut. Eine Taube bringt ihnen zwei Fahrkarten. Die Tiere dürfen ja nur paarweise einsteigen.

Was tun? Sie beschließen, den dritten Freund als blinden Passagier im Koffer an Bord zu schmuggeln. Die Verwicklungen bleiben nicht aus. „Ich möchte den Kindern vermitteln, dass man manche Autoritäten in Frage stellen muss und dass man nicht immer alles glauben soll, was die Leute sagen.“

Und wenn sich Ulrich Hub mal nicht gerade mit wagemutigen Pinguinen oder Kängurus beschäftigt: Im Moment inszeniert er für das Kölner Schauspiel „Die Ermittlung“, das Stück zum Auschwitz-Prozess, von Peter Weiß. Premiere ist am 10. September.