Aachen: Die Aachener Meisterkonzerte feiern ihr Comeback

Aachen : Die Aachener Meisterkonzerte feiern ihr Comeback

Totgesagte leben länger, sagt ein Sprichwort. Und das Sterbeglöcklein für die alteingesessene Reihe der Meisterkonzerte in Aachen ist wohl zu früh geläutet worden. Die Skepsis war sehr groß, als das damalige Management der Reihe am Ende der Saison 2016/17 ankündigte, eine einjährige Pause einzulegen und danach noch einmal neu durchzustarten.

Zu groß war der Verlust an Abonnenten, zu leer waren die Stuhlreihen im Eurogress geworden.

Klassik-Stars machen Station in Aachen: die Geigerin Alena Baeva (l.) zur Eröffnung am 28. Oktober dieses Jahres, die Pianistinnen Katia und Marielle Labèque am 2. Juni 2019. Foto: Vladimir Shirokov

Jetzt gibt es tatsächlich einen Neustart, freilich unter gänzlich neuer Leitung und mit einem neuen Konzept. Die künstlerische Leitung liegt ab sofort in den Händen der Philharmonie Zuidnederland, einer Orchestervereinigung, die aus der Fusion des ehemaligen Limburgs Symfonie Orkest mit Sitz in Maastricht und Het Brabants Orkest mit Sitz in Eindhoven hervorging. Stefan Rosu, Intendant dieses Orchesters, erläuterte nun die Beweggründe für dieses Engagement und stellte das Programm der neuen Saison vor.

Es wird fünf Konzerte geben, und zwar ausschließlich Orchesterkonzerte. Dies war der vorherrschende Wunsch der „alten“ Abonnenten gewesen, den sie bei einer von der neuen Direktion initiierten Publikumsbefragung geäußert hatten.

Zwei Konzerte werden von der Philharmonie Zuidnederland selbst bestritten, das erste davon mit einem sehr avancierten Programm mit Werken von Viktorova, Szymanowski und Schostakowitsch, dirigiert vom Chefdirigenten Dmitri Liss und mit der jungen russischen Geigerin Alena Baeva als Solistin (Sonntag, 28. Oktober, 18 Uhr).

Das zweite Konzert mit den Südniederländern steht als letztes der Serie unter der Leitung des belgischen Dirigenten Karel Deseure, der Musik von Strawinsky, Mozart und Beethoven dirigiert. Solisten werden die beiden Schwestern Katia und Marielle Labèque sein, das wohl bekannteste Klavierduo der Welt (Sonntag, 2. Juni 2019, 18 Uhr).

Interessant verspricht die Begegnung mit dem Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra zu werden, einem Klangkörper, der sich privat durch eine Holding finanziert und der mit einem rein russischen Programm aufwartet. Dirigent ist der Wiener Sascha Goetzel, Solist der serbische Geiger Nemanja Radulovi (Montag, 10. Dezember, 20 Uhr).

Das renommierte Antwerp Symphony Orchestra tritt mit Werken von Copland, Rachmaninow und Dvoák unter der Leitung des jungen Briten Nicolas Collon und mit dem Pianisten Boris Giltburg auf (Donnerstag, 10. Januar 2019, 20 Uhr).

Ein weiteres Highlight ist das Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit der mexikanischen Dirigentin Alondra de la Parra und dem Pianisten Jan Lisiecki. Gespielt wird ein Mozart-Chopin-Programm (Donnerstag, 9. Mai 2019, 20 Uhr).

Stefan Rosu begründete den Einstieg der Philharmonie Zuidnederland in diese Serie mit dem Versuch einer grenzüberschreitenden Kooperation und einem kulturellen Austausch, der mit der Aachener Musikdirektion abgestimmt sei und nach Möglichkeit auf ganz NRW ausgeweitet werden soll. Ein Großteil der alten Abonnenten sei bereits zurückgewonnen worden. Jetzt gehe es um die Erschließung eines neuen und nach Möglichkeit jüngeren Publikums, das auch mit Hilfe der neuen Medien gewonnen werden soll.

Man kann dem Unternehmen, das zunächst einmal auf drei Jahre angelegt ist, nur viel Erfolg wünschen. Für die Musikstadt Aachen wäre es ein großer Gewinn.

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