1. Kultur

Dicht dran am röhrenden Hirsch

Dicht dran am röhrenden Hirsch

Hellenthal (an-o) - Das Spektakel der Hirschbrunft können Besucher im Wildgehege Hellenthal fast hautnah miterleben. Jeden Freitag und Samstag besteht Gelegenheit, die kräftezehrende Liebe der Geweihten zu bestaunen und mit Fachleuten darüber zu sprechen.

Wenn es so richtig kalt wird, steigen die Hormone des Rotwilds. "Hochbrunft" nennt der Fachmann die heiße Phase der Paarungszeit, in der der Platzhirsch und seine Begleitmänner kaum zur Ruhe kommen. Dann sieht der Betrachter jene beeindruckenden Bilder, die ihm nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen. Erschöpft steht der Geweihträger in der Dämmerung, heiß steigt sein Atem in die kalte Abendluft. Heftig zittern die Flanken des großen Tieres, ehe es abrupt in Richtung Damen losstürmt.

Völlig "abgeblattet"

Das gewaltige Röhren hört der Besucher des Wildgeheges Hellenthal schon auf dem Weg zum Rotwildgehege. Während der Blick noch über die prächtigen Adler und Falken gleitet, ruft der Hirsch durch das dichte Gehölz. Dumpf und gewaltig ist das Brüllen, deutlich hallen die schnellen Schritte auf dem Wald- und Wiesenboden nach. Und dann hat der Besucher das Gelände erreicht. Malerisch liegt die große Waldwiese vor der Kulisse der wasserglitzernden Oleftalsperre, mächtig steigen links und rechts die Eifelwälder auf. Wenn sich nun das Laub verfärbt, gibt es parallel zur Brunft einen wundervollen bunten Herbstwald, der es mühelos mit dem berühmten Indian Summer in Kanada aufnehmen kann.

So stimmungsvoll die Atmosphäre rund um die Brunft ist, so reichlich fließen auch die Informationen für die Besucher. Wolfgang Fischer, einer der Besitzer des Wildgeheges, erzählt, dass im vergangenen Jahr der Platzhirsch derart "abgeblattet" von der Brunft war, dass er einen Tag lang wie tot im Gehege lag.

In der Hochbrunft sind die Hirsche 24 Stunden am Tag statt nur nachts in Bewegung - das ständige Rennen, Röhren und Kämpfen mit den Rivalen zehrt an ihren Kräften und beschert ihnen einen ordentlichen Gewichtsverlust. Spannend für die Besucher ist nicht nur das tief gurgelnde Röhren, mit dem der hormongesteuerte Hirsch seine Gegner bedroht, sondern auch eine andere Maßnahme. Um seine Ansprüche auf die Damen noch deutlicher zu machen, wälzt sich der Hirsch in seinem Urin und verströmt trabend den herben Pheromon-Geruch der Hirschlust.

Die Brunft ist ein langanhaltend beeindruckendes Erlebnis auch für Kinder. Noch etwa zwei Wochen dauert die Hochbrunft im Wildgehege Hellenthal, jeden Freitag und Samstag ab 17 Uhr sind Gäste willkommen. Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro, Kinder zahlen vier. Inbegriffen sind eine Suppe und Getränke. Info-Telefon: 02482 2292.

Mehr dazu:www.

wildgehege-hellenthal.de