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Aachen: „Deutschland exportiert Drogenprobleme”

Aachen : „Deutschland exportiert Drogenprobleme”

Zahlen belegen: Immer häufiger stoßen Polizeibeamte in der Region Aachen auf Hanfplantagen. Dabei handelt es sich längst nicht mehr um einzelne Pflanzen, die von ihren Besitzern für den Eigenkonsum von Haschisch und Marihuana im Wohnzimmer herangezogen werden.

Nach Angaben des Düsseldorfer Landeskriminalamts (LKA) hat sich die Anbaufläche im Vergleich zum Jahr 2003 versechsfacht. Organisierte Banden betrieben Anbau im großen Stil. Dass sich die Szene inzwischen auch auf deutschem Staatsgebiet tummelt, habe jedoch nichts mit einem erhöhten Fahndungsdruck seitens der Niederländer zu tun: „Derartige Berichte sind nicht zutreffend. Wir kontrollieren die Szene seit Jahren sehr scharf und heben wöchentlich acht bis zehn illegale Plantagen aus”, erklärt Bert Boosten, Sprecher der Polizei Südlimburg.

Gerd Leers, Bürgermeister von Maastricht, hält derweil an seiner Forderung fest, den Anbau von Hanf unter staatlicher Kontrolle zu legalisieren. Dies, so sein Sprecher Ortgens, würde die widersprüchliche Gesetzeslage in den Niederlanden beseitigen und den Drogensumpf austrocknen. Ortgens: „Sollten bei den Wahlen im Februar 2007 die Sozialdemokraten siegen, rechnen wir uns gute Chancen für die Realisierung eines Modellprojekts in Maastricht aus.” Kritik aus Deutschland hält Wim Ortgens für ungerechtfertigt: „Deutschland exportiert schließlich seine Probleme mit Süchtigen nach Maastricht.” Die deutsche Drogenpolitik sei „mindestens so widersprüchlich wie die der Niederlande”.