1. Kultur

Köln: Der WDR will Planstellen streichen

Köln : Der WDR will Planstellen streichen

Offenbar werden die Ausgaben des Westdeutschen Rundfunk (WDR) für das ARD-Gemeinschaftsprogramm zunehmend in Frage gestellt.

Während andere ARD-Anstalten die Priorität auf ihr drittes Fernsehprogramm legen würden, gebe der WDR 270 Millionen Euro für Programme im Ersten und für Gemeinschaftsaufgaben aus - ein Viertel seines Gebührenaufkommens. Dies mache „ganz besonders nachdenklich”, sagte Friedhelm Wixforth, der neu gewählte Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses des Rundfunkrats.

Das Gremium will die WDR-Ausgaben für das Erste in diesem Jahr besonders unter die Lupe nehmen. In den nächsten Jahren befürchtet der WDR eine schwierige finanzielle Lage. Zum einen müsse mit einem höheren Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst gerechnet werden, als bisher kalkuliert worden sei, sagte Intendantin Monika Piel. Der WDR, der sich wie andere Sender an diesem Tarif orientiert, habe bisher mit zwei Prozent gerechnet.

Zum anderen sei die ARD von der unabhängigen Gebühren-Kommission KEF „schlecht bedient” worden, sagte Reinhard Grätz, Rundfunkratsvorsitzender des WDR. Laut KEF sollen die Rundfunkgebühren ab 1. Januar 2009 um 95 Cent auf 17,98 Euro angehoben werden. Dieser Vorschlag liege deutlich unter der jährlichen Preissteigerungsrate, kritisierte Grätz, der außerdem eine seit Jahren schleichende Umverteilung zugunsten des ZDF beklagte.

Der WDR beendet die Gebührenperiode am Ende des Jahres mit einem Plus. Im Haushalt 2008 wird zwar mit einem Fehlbetrag von 12,2 Millionen Euro gerechnet, doch auch nach Abzug dieser Summe würden 44,8 Millionen in der Ausgleichsrücklage übrig bleiben, die für die 2009 beginnende nächste Gebührenperiode verbucht werden könnten. Im Vergleich zum Jahr 2007 steigen die Erträge von 1,33 auf 1,34 Milliarden Euro, 81,8 Prozent stammen aus den Rundfunkgebühren. Die Aufwendungen liegen bei 1,35 Milliarden Euro.

Der WDR will 33 Planstellen abbauen, bleibt aber mit mehr als 4300 Beschäftigten größte ARD-Anstalt. Friedhelm Wixforth sprach von einer „guten finanziellen Situation” und „klugem Wirtschaften”.

In der Frage der Programmreform im Ersten zeigte sich Monika Piel „noch nicht entschieden”. Sie schlug vor, sich erst mit dem ZDF über eine Platzierung der Fernsehfilme zu verständigen, ehe in der ARD ein Wechsel des „Fernsehfilms am Mittwoch” auf den Montag - parallel zum ZDF-„Fernsehfilm der Woche” - beschlossen werde. Dies steht bei der Tagung der Intendanten Mitte Februar auf der Tagesordnung, um den „Tagesthemen” einen einheitlichen Starttermin von 22.15 Uhr zu ermöglichen.

Schmidt soll bleiben

Ein weiteres Problem ergebe sich dadurch, dass Frank Plasberg mittlerweile mit dem 21.45-Uhr-Sendeplatz von „Hart, aber fair” am Mittwoch zufrieden sei und nicht auf 20.15 Uhr wechseln wolle. Frau Piel bestätigte außerdem, dass die ARD mit Harald Schmidt über die Verlängerung seines 2008 auslaufenden Vertrags um ein Jahr verhandle. Mehr Geld, sagte sie, solle für die Sendung „Schmidt & Pocher” allerdings nicht ausgegeben werden.

Künftig kein Fußball in der „Sportschau”?

WDR-Intendantin Monika Piel zweifelt an einer Zukunft für die Bundesligaberichterstattung im Rahmen der „Sportschau” in der ARD. „Ob wir ein Gebot abgeben werden, hängt von der Ausschreibung der Deutschen Fußballliga ab”, sagte Piel in Köln.

Wenn die DFL eine Zusammenfassung der Samstagspiele im frei empfangbaren Fernsehen erst nach 20 Uhr zulassen wolle, sei es „von Anfang an vollkommen unmöglich”, dass die ARD im Kampf um die TV-Rechte ab der Saison 2009/10 mitbieten werde. Dann bleibe der ARD nur noch das Recht auf Kurzberichterstattung.

Auch der Rundfunkratsvorsitzende des WDR, Reinhard Grätz, sieht bei den Sportrechten „das Ende der Fahnenstange erreicht”.