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Aachen: Der Natur auf die Sprünge helfen

Aachen : Der Natur auf die Sprünge helfen

Marc Vatinel rollt einen mit Gartengeräten bestückten Wagen in die Ausstellungshalle des Aachener Ludwig Forums hinein. Der Wagen hat etwas Märchenhaftes, als würde er selbst eine Geschichte erzählen.

Es ist die Geschichte des Atelier Le Balto, das in Berlin und Le Havre zu Hause ist. In den zehn Jahren seines Bestehens haben die Gartenkünstler 13 Projekte durchgeführt - viele in Kooperation mit internationalen Kunstinstitutionen in Paris, Berlin oder Florenz. Jetzt stellen sich Marc Vatinel, Veronique Faucheur und Marc Pouzol, die Leiter des Ateliers, einer neuen Herausforderung: der Parkgestaltung des Ludwig Forums.

„Der Garten lag lange Zeit im Dornröschenschlaf”, sagt Direktorin Brigitte Franzen. Sie habe den verwilderten Park als Chance gesehen, Gartenkunst dem öffentlichen Raum zugänglich zu machen und neue künstlerische Grenzen zu beschreiten.

Durch die Retrospektive der bisherigen Projekte des Ateliers in der Ausstellungshalle und die Gestaltung des Parks im Außenbereich, einem „Work in Progress”, entsteht nun eine Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich des Museums.

Die Ausstellung im Inneren ist wie ein Spaziergang durch einen Garten konzipiert. Auf Gittern befestigte Fotografien dokumentieren an 13 Stationen die bisherigen Projekte.

Den Anfang markiert ein fotografischer Überblick über Assoziationen mit der Landschaftsarchitektur. „Es ist jedes Mal inspirierend, einen Ort zum ersten Mal zu besichtigen”, findet Veronique Faucheur. „Auch Arbeitspausen sind wichtig”, erklärt Marc Pouzol ein anderes Bild: „Um sich zu fragen, ob man auf dem richtigen Weg ist.” Zuletzt sind Skizzen des jetzigen Projektes zu sehen.

Wie diese teilweise bereits umgesetzt wurden, zeigt ein Rundgang durch den Park: Es gibt nun eine klare Wegführung, die Skulpturen wurden verlagert, der Park ist heller und strukturierter geworden. Zwischen Parkplatz, Garten und Museum besteht eine Sichtbeziehung.

Eine besondere Rolle spielt für die Gartenkünstler der Faktor Zeit: Gärten sind nie fertig, sondern entwickeln sich stets weiter. Die Atelierleiter wollten die Beschaffenheit des Gartens nicht zerstören, sondern mit dem Vorhandenen eine Veränderung herbeiführen.

So bleibt die einstige grüne Insel des Künstlers Nils Udo, die er 1992 anlegte, in verwilderter Form als Erinnerung erhalten. „Vielleicht werden wir daraus eine Grotte bilden”, überlegt Pouzol. Das wollen er und seine Kollegen nicht allein entscheiden: „Der Dialog mit den Besuchern ist ein zentrales Element unserer Arbeit.”

Die Eröffnung ist am Sonntag

Eröffnung der Ausstellung „Le pieds sur terre”: morgen um 12 Uhr im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97-109. Dauer der Schau: bis 19. September.

Geöffnet: Di./Mi./Fr. 12 -18, Do. 12-20, Sa./So. 11-18 Uhr.

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro; Rahmenprogramm-Infos: http://www.ludwigforum.de