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Demo in Köln aus Solidarität mit Hungerstreikenden

Demo in Köln aus Solidarität mit Hungerstreikenden

Köln. Contergan-Geschädigte wollen erneut mit einer Demonstration in Köln ihre Solidarität für die vier Hungerstreikenden in Altenberg zum Ausdruck bringen. Am Samstag werden zu der Kundgebung auf dem Wallraff-Platz in der Nähe der Domplatte um die 50 Teilnehmer erwartet.

Das sagte die Veranstalterin Marie Therese Herzog am Freitag in Köln dem Evangelischen Pressedienst.

Seit dem 18. September befinden sich drei Geschädigte und eine Mutter im Hungerstreik in einer evangelischen Kirche. Bereits Ende September hatten Geschädigte und Angehörige in Köln demonstriert und höhere Entschädigungszahlungen gefordert.

Schon in den sechziger Jahren seien die schweren Folge- und Spätschäden für die Betroffenen durch das Medikament Contergan vorhersehbar gewesen, hatte es in einem offenen Brief der Internationalen Contergan/Thalidomid Allianz (I.C.T.A.) an die Familie Wirtz, Anteilseignerin der Firma Grünenthal in Aachen, geheißen. An diesen Folge- und Langzeitschäden litten die Betroffenen seit Jahren und benötigten Schmerzmedikamente, hieß es. Neben seelischen Belastungen müssten sie mit verkürzten Arbeitslebenszeiten kalkulieren und Altersarmut befürchten.

Durch das Grünenthal-Medikament Contergan waren Ende der fünfziger Jahre Tausende Kinder mit schweren Fehlbildungen auf die Welt gekommen. Die Hungerstreikenden in Altenberg - drei Geschädigte und eine Mutter - fordern durchschnittlich eine Million Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz für die körperlichen, sozialen und seelischen Schäden für jeden überlebenden Contergan-Geschädigten in Deutschland.

Von der Bundesregierung verlangen sie eine Verdreifachung der monatlichen Entschädigungszahlungen von derzeit maximal 1090 Euro auf 3270 Euro.