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Aachen: Dem NRW-Semesterticket eine Fahrstrecke näher

Aachen : Dem NRW-Semesterticket eine Fahrstrecke näher

Freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr in ganz NRW? Für die Studierenden in Aachen könnte dies bald Wirklichkeit werden.

Denn seit vergangenem Mittwoch gibt es - nach einem halben Jahr Stillstand - ein neues Angebot der Verkehrsverbünde zum „NRW-Semesterticket”: 33,60 Euro zusätzlich sollen die Studierenden der Hochschulen in NRW bezahlen.

Das bisherige, nur auf das Gebiet des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) beschränkte Ticket kostet 81,60 Euro pro Semester. Zwischen Heinsberg, Monschau und Düren konnten die Studierenden so den gesamten Bus- und Bahnverkehr nutzen.

Darüber hinaus waren Bahnfahrten nach Köln und Düsseldorf enthalten. 2000 ist die Karte, die von allen Studenten mit der Einschreibung zu bezahlen ist, unter anfänglichen Protesten eingeführt worden. Mittlerweile ist sie auf größere Akzeptanz gestoßen, die Forderungen nach einem NRW-weit geltenden Ticket aber ist gewachsen.

Seit vier Jahren laufen die Verhandlungen zwischen studentischen Vertretern und den Verkehrsverbünden. Dem Landes-Asten-Treffen (LAT) wurde im Frühjahr ein Angebot über 31,60 Euro unterbreitet, das aber abgelehnt worden ist. Das LAT forderte einen Preis von unter 30 Euro.

Das jetzige Angebot liegt deutlich höher, sieht sogar eine Staffelung bis 37,10 innerhalb von vier Semestern vor. Jan Siegel, AStA-Vorsitzender der RWTH, sieht Nachbesserungsbedarf: „Wir hoffen, einen gleichbleibenden Preis über die Laufzeit erreichen zu können.” In Aachen gibt es darüber hinaus die Besonderheit, dass das bisherige Ticket für die Fahrt nach Köln und Düsseldorf bereits einen kalkulierten Betrag von knapp 30 Euro enthält, ein Teil des NRW-Gebietes also doppelt bezahlt wäre.

Jede Hochschule muss einen eigenen Vertrag mit dem Vertreter der Verkehrsunternehmen, dem Kompetenz-Center Marketing in Köln, aushandeln. Falls das LAT das Angebot ablehnt, würde Siegel es nicht ausschließen, dass man in Aachen einen Alleingang macht.

Die Einführung des Tickets ist erst zum Wintersemester 2008/2009 realistisch. Denn im Herbst wird sich erst das Studierendenparlament damit befassen.