1. Kultur

Spielorte in der Region: Das Orchester startet mit Beethoven in den Orbit

Spielorte in der Region : Das Orchester startet mit Beethoven in den Orbit

Frauenpower und Helden aller Schattierungen bestimmen auch das Konzertprogramm der kommenden Saison. Ludwig van Beethoven darf da im Jahr seines 250. Geburtstags natürlich nicht fehlen.

Dessen neun Symphonien und fünf Klavierkonzerte werden in den kommenden beiden Spielzeiten komplett aufgeführt, beginnend mit den ungeraden Nummern bis hin zur monumentalen „Neunten“ am 17. und 18. Mai 2020. Das alles jedoch nicht nur im Rahmen der städtischen Sinfoniekonzerte, sondern unter dem Titel „Beethoven Orbit“ zusätzlich an unterschiedlichen Spielstätten Aachens sowie in den Nachbarstädten Erkelenz, Düren und Monschau.

Zu den weiteren symphonischen Kraftakten gehören als besondere Leckerbissen Franz Liszts „Faust-Symphonie“, Gustav Mahlers 5. Symphonie, Carl Nielsens 4. Symphonie („Das Unauslöschliche“) sowie Richard Strauss‘ symphonische Dichtung „Don Quixote“ mit den städtischen Sinfonikern Daniel Wenzel (Violoncello) und Andrew Simpson (Viola) als Solisten. David Kindt, Solo-Klarinettist des Aachener Orchesters, wird sich mit Mozarts Klarinettenkonzert präsentieren. Und weitere Ohrwürmer garantieren Stücke wie Dvoráks Cello-Konzert, Tschaikowskys „Fünfte“ und César Francks Symphonie d-Moll,

Auch die zeitgenössische Musik, die Generalmusikdirektor Christopher Ward so sehr am Herzen liegt und die er wiederum mit drei Konzerten im Depot an der Talstraße reichlich bedienen wird, kommt in den Abonnement-Konzerten nicht zu kurz. Dazu gehört die Uraufführung eines Werks des Aachener Komponisten Anno Schreier anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Sinfonischen Chores Aachen.

Und in Sachen „Frauenpower“ wird die Russin Sofia Gubaidulina als „Composer in Focus“ gleich zweimal berücksichtigt. Sie gehört nicht nur zu den prominentesten Komponistinnen unserer Zeit, sondern auch zu den inspiriertesten und auch mutigsten, die selbst angesichts schlimmer Repressalien von Seiten des Sowjet-Regimes ihren religiösen und politischen Ansichten kompromisslos treu geblieben sind.

Neben der etablierten Russin gibt man unter dem Label „Generation XXi – Sprungbrett Aachen“ mit der blutjungen kolumbianischen Komponistin Catalina Rueda im Neujahrskonzert dem Nachwuchs eine Chance. Und auch die ebenso junge russische Pianistin Zlata Chochieva, die u.a. mit dem 4. Klavierkonzert von Rachmaninow und mit Beethovens Tripel-Konzert auftreten wird, gehört zu den Frauen, die der kommenden Saison ein besonderes Profil verleihen sollen. Wozu natürlich auch die berühmte Schlagzeugerin Evelyn Glennie im Rahmen der „Kurpark Classix“ und Yura Yang, Aachens neue erste Kapellmeisterin, zu zählen sind.

Die vielfältigen, teilweise seit vielen Jahren bewährten Reihen von der Kammermusik über Jugend- und Kinderkonzerte bis hin zu film- und kirchenmusikalischen Angeboten werden allesamt fortgeführt. Einen Schwerpunkt setzt man mit dem vom Land geförderten „Akzent Barock“. Neben der Oper „La Calisto“ von Cavalli im Theater stehen Händels Oratorium „La Resurrezione“ in St. Nikolaus sowie weitere Projekte im Ludwig-Forum und im Rahmen der „Aachener Bachtage“ auf dem Programm. Derzeit noch mit geliehenen historischen Instrumenten, was sich durch die Landesförderung ändern soll, so dass demnächst mit angekauftem Instrumentarium und anspruchsvollen Fortbildungsmaßnahmen die Beschäftigung mit „Alter Musik“ noch verfeinert werden kann.