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Aachen: Das Geheimnis der musikalischsten Praline der Welt

Aachen : Das Geheimnis der musikalischsten Praline der Welt

Mozartkugeln gab es zwar nicht zu naschen, aber immerhin wurde das Rezept für heimische Küchenfreuden verraten und (endlich) das Geheimnis um die Entstehung der musikalischsten Praline der Welt gelüftet.

Die Kinder des 2. Familienkonzerts im gut besuchten Aachener Theater werden es gemerkt haben. So selbstbewusst die Moderatorin Barbara Overbeck auch ihre Version von der Herkunft der glitzernden Marzipan-Nougat-Kartoffel mit der Pistazie auch vortrug. Ein bisschen geflunkert hat sie mit ihrer „einzig wahren Geschichte der Mozartkugel“ schon.

Angefangen mit einer Kutschfahrt des sechsjährigen Wolfgang von Salzburg nach Wien, die mit einem bösen Radbruch endete. Einen verzweifelten Konditor, dessen Köstlichkeiten bei dem Unfall in 1000 Stücke sprangen, soll der Dreikäsehoch mit seinem Violinspiel zu dem berühmten Naschwerk inspiriert haben.

Kleiner und großer Meister

So ganz wahr ist die Geschichte nicht, schließlich wurde die Mozartkugel erst 100 Jahre nach Mozarts Tod erfunden, aber schön ist sie doch. Und schön illustriert wurde sie auch: mit Porträts des kleinen und großen Meisters und Bildern winterlicher Kutschtouren. Und die Musik durfte natürlich nicht fehlen. Ausschnitte aus Leopold Mozarts „Musikalischer Schlittenfahrt“ boten sich an und passten sich vorzüglich dem Vortrag an.

Die „Kleine Nachtmusik“ des Filius ist auch niemals fehl am Platz. Ob ausgerechnet der langsame Satz aus der „Jupiter“-Symphonie die Aufmerksamkeit der teilweise sehr jungen Leute fesseln konnte, ist fraglich. Da hätte sich Pfiffigeres aus der Feder des lebenslustigen Meisters finden lassen. Zumal Mathis Groß am Pult des Aachener Sinfonieorchesters ausgerechnet diesen Satz extrem breit und schwer gestaltete.

Dafür gingen den Aachener Musikern die „Kleine Nachtmusik“ und auch das Violin-Rondo KV 373 mit dem vorzüglichen Solisten Marijn Simons umso leichter von der Hand.

Barbara Overbeck, die seit zehn Jahren Kinder- und Familienkonzerte moderiert und gestaltet, hätte die Kinder durchaus intensiver in das Geschehen einbinden können. Immerhin durfte der Nachwuchs ein paar Töne singen. Das war ausbaufähig, zumal die kurzweilige Angelegenheit nach 45 Minuten beendet war und auch die Kleinsten nicht überfordert haben dürfte. Begeisterter Beifall für einen amüsanten Einblick in die Geschichte einer berühmten Leckerei.