Aachen: Daniel Wirtz: „Das ist eine tolle Bestätigung für meine Arbeit“

Aachen: Daniel Wirtz: „Das ist eine tolle Bestätigung für meine Arbeit“

Als Daniel Wirtz vor einem Monat mit seinem neuen Album in „Die fünfte Dimension“ einlud, begleiteten den gebürtigen Heinsberger so viele Mitreisende, dass der 42-Jährige den höchsten Charts-Einstieg seiner Karriere vermelden konnte. Auf Anhieb belegte Wirtz, wie sich der Musiker kurz nennt, Platz drei und verwies damit Kollegen wie Iron Maiden, Ed Sheeran und Helene Fischer in ihre Schranken.

„Das ist eine tolle Bestätigung für meine Arbeit“, sagt Daniel Wirtz. „Aber damit nicht genug: Die Leute rennen mir und meiner Band gerade auch anlässlich unserer kommenden Tour die Türen ein. Wir mussten die Kapazität der Tour schon ausweiten. Das ist schon krass, und gerechnet habe ich damit ehrlich gesagt nicht, als ich mein Wirtz-Projekt vor zehn Jahren gestartet habe.“

Dass der ehemalige Sänger der Band Sub7even seine Solokarriere langsam angehen ließ, lässt seinen heutigen Erfolg umso nachhaltiger erscheinen. Von Beginn an hielt Wirtz die Zügel seines Soloprojekts weitestgehend selbst in der Hand. Die mittlerweile fünf erschienenen Alben kreierte er nach seinem Gusto. Ein Mitspracherecht räumte er lediglich seinem Produzenten und Co-Komponisten Matthias Hoffmann ein.

„Ich hatte bereits genügend Erfahrungen im Musikgeschäft gesammelt, als ich vor knapp zehn Jahren mein Debütalbum ‚11 Zeugen‘ veröffentlicht habe, um mich vertraglich nicht an eine große Plattenfirma zu binden“, erinnert er sich. „Mein eigenes Label Wirtz Musik habe ich gegründet, um mein eigenes Ding durchziehen zu können. Diese Form der künstlerischen Freiheit ist unbezahlbar. Heute sind die Konzerthallen größer, aber ich war auch anfänglich gar nicht enttäuscht, nicht gleich die Arenen bespielt zu haben. Wenn man in diesem Geschäft alles will und alles ganz schnell will, besteht die Gefahr, dass man auch schnell verheizt wird. Rückblickend habe ich alles richtig gemacht, indem ich mir mein Publikum Stück für Stück vor allem live erspielt habe.“

Ein schöner Bonus

Auszeichnungen wie der Bambi, der ihm vor zwei Jahren für sein Mitwirken bei der TV-Show „Sing meinen Song“ verliehen wurde, betrachtet Wirtz als schönen Bonus. Für seine Arbeit als Musiker seien sie aber nicht wesentlich. Überhaupt wirkt er im Gespräch als in sich ruhender Zeitgenosse, dessen Zukunftswünsche sich eher bescheiden ausnehmen. „Die Welt wendet sich zunehmend dem Wahnsinn zu, und keiner kann vorhersagen, was in zehn Jahren sein wird. Insofern wäre ich froh, wenn ich weiterhin Musik machen und mein Publikum behalten kann. Natürlich wäre mir ein Nummer-eins-Album ein Fest. Aber ich möchte dafür keine Klimmzüge machen müssen, die mir irgendwann das Rückgrat brechen könnten.“

Neben seiner Musik schlägt Daniel Wirtz' Herz für seine Familie. Vor fünf Jahren wurde er Vater eines Sohnes. Der hat vieles für ihn relativiert, wie er ausführt. „Als Bühnenmensch kann man schnell dem Trugschluss erliegen, dass man von immenser Wichtigkeit ist für Menschen, die einem zuhören. Und wenn man dabei nicht aufpasst, rast man zunehmend in einem narzisstischen Gewand durchs Leben. So schlimm war’s bei mir nie, weil ich meine Karriere nicht als Folge meines Egos, sondern als Folge meiner Musikleidenschaft betrachte. Aber seitdem ich Vater bin, werden mir etliche Dinge, über die ich mir früher den Kopf zerbrach, zunehmend egal.“