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Düsseldorf: Dachdecker wegen Brandes vor Gericht

Düsseldorf : Dachdecker wegen Brandes vor Gericht

Gut ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand in der Düsseldorfer Sankt Peter-Kirche muss sich am Freitag ein 21-jähriger Dachdecker wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten.

Der Geselle soll den Brand bei Schweißarbeiten aus Unachtsamkeit ausgelöst haben. An der katholischen Kirche entstand ein Schaden von rund fünf Millionen Euro.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und von Brandsachverständigen war der Düsseldorfer damit befasst, selbstklebende Bitumenbahnen mit einem Gasbrenner zu erhitzen. Dabei sollen sich Staubablagerungen entzündet haben. „Das Feuer entwickelte sich anschließend unbemerkt vom Angeklagten weiter und griff auf den gesamten Dachstuhl über”, sagte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken.

Als der junge Mann das Feuer bemerkte, sei er so nervös geworden, dass er es nicht schaffte, mit seinem Handy die Feuerwehr zu rufen. Er konnte die selbst eingestellte Tastensperre nicht lösen.

Passanten waren in der Zwischenzeit auf das Feuer aufmerksam geworden und hatten die Rettungsdienste und Feuerwehr verständigt. Die Dachkonstruktion des neugotischen Baus war nicht mehr zu retten, auch Teile der 1,7 Millionen Euro teuren Orgel wurden zerstört. Die Kirche gilt als zweitgrößte in Düsseldorf, im Zweiten Weltkrieg war sie fast ganz zerstört worden und musste anschließend neu aufgebaut werden. Vor dem Brand war sie bereits seit Jahren saniert worden.

Dem angeklagten Dachdecker droht vor dem Düsseldorfer Amtsgericht möglicherweise eine Gefängnisstrafe. Experten gehen allerdings davon aus, dass der 21-Jährige mit einem milden Urteil davonkommen wird.

„Unseren Kenntnissen nach hat ihn sein Chef nicht entlassen”, sagte Mocken, „er steht zu ihm und ist offenbar der Meinung, dass man einen solchen Unfall und ein Restrisiko bei derartigen Arbeiten nicht ausschließen kann.” Finanziell hat der Angeklagte wohl nichts zu befürchten. „Wir sind gut versichert”, hatte der Chef des 21-Jährigen noch während der Löscharbeiten dem Pfarrer der Kirche mitgeteilt.