Würselen: Christoph Titz mit Band: Mal wild, mal fast zerbrechlich

Würselen: Christoph Titz mit Band: Mal wild, mal fast zerbrechlich

Der Abstecher in seine alte Heimat dürfte Christoph Titz gefallen haben. Der Jazz-Trompeter war mit seiner Band auf Burg Wilhelmstein zu Gast. Seine musikalischen Wurzeln liegen in der Region, schließlich stammt der Wahl-Berliner aus Aachen. Und hier hat man ihn nicht vergessen, die Zuschauerränge waren gut gefüllt, nur ein paar wenige Plätze waren frei geblieben.

Der Weg in diesen besonderen Open-Air-Konzertsaal hat sich gelohnt, die Besucher erlebten zweieinhalb Stunden lang eine großartige Mischung aus Jazz, Latin, Drum’n’Bass und Soul.

Letzteres erhielt besonders durch die Gastauftritte von Sängerin Astrid North, der ehemaligen Frontfrau der Cultured Pearls, eine ganz besondere Note. Mit viel Charme und einer unvergleichlich warmen und kraftvollen Stimme präsentierte sie sowohl einige eigene Songs als auch Songs von Titz, für die North eigens die Texte geschrieben hatte.

Im Mittelpunkt des Abends standen aber ganz klar die eigenen Kompositionen von Christoph Titz, der auch einige neue Werke im Gepäck hatte — wie etwa „Kraftwerk“. Diesen versteht Titz als Hommage an die Düsseldorfer Band, auf deren Musik der Trompeter erst vor kurzem durch einen Zufall aufmerksam geworden sei, wie er seine Zuhörer wissen ließ. Überhaupt erklärte der Musiker sehr viel zu seiner Musik, auch wenn er die ersten drei Songs von seinem 2012er-Album „Here and Now“ gänzlich wortlos präsentiert hatte.

Die Konzertbesucher jedenfalls waren bereits nach den ersten Klängen begeistert. Auch die bisweilen eigenwillige Art des Musiker, Trompete zu spielen — oft mit dem Rücken zum Publikum oder den Kopf weit übergebeugt — störten nicht. Es ist schon erstaunlich, was Titz aus seinen Blasinstrumenten herausholt, von wild und funky bis leise und fast zerbrechlich reicht die Bandbreite.

Bereichert wurde das Ganze noch durch das großartige Zusammenspiel mit seiner Band. Volker Meitz (Keyboard), Thomas Büchel (Gitarre), Matthias Trippner (Schlagzeug) und Thomy Jordi (Bass) lieferten immer wieder starke Solo-Einlagen ab, die vom Publikum gefeiert wurden. Somit dürfte klar sein: Seine alte Heimat darf Christoph Titz immer wieder gerne besuchen.

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