Aachen: Chöre singen Haydn und Mozart

Aachen: Chöre singen Haydn und Mozart

Die Zusammenarbeit der Musikhochschule mit dem von Hermann Godland geleiteten Chor der Musikschule Aachen, „Ars Cantandi“, gedeiht prächtig.

´Auch in diesem Jahr vereinigten sich die Chöre der beiden Institutionen mit dem von Prof. Herbert Görtz einstudierten Kammerorchester der Hochschule zu einem glänzend harmonierenden Ensemble, mit dem sich auch anspruchsvollste Aufgaben auf hörenswertem Niveau realisieren lassen.

Nach einem erfolgreichen Auftritt am Vortag in der Kirche St. Pius zu Würselen präsentierten die jungen Leute in St. Johann Aachen-Burtscheid zwei klassische Kostbarkeiten aus den Federn Mozarts und Haydns. Einem Geniestreich des jungen Mozarts stellte man dabei eine große Messe des reifen Haydn entgegen.

Unter der Leitung von Godland waren sowohl die festlichen als auch die andächtigen Töne aus Mozarts „Vesperae solennes de confessore“ KV 339 bei den jungen Musikern bestens aufgehoben. Die Chöre beeindruckten durch ihr raumfüllendes Volumen ebenso wie durch ihre stabile Intonation und Stilsicherheit.

Dass es mit der Textverständlichkeit haperte, ist angesichts der halligen Akustik der Burtscheider Kirche nicht zu vermeiden. Das Kammerorchester passte sich der exzellenten Leistung der Chöre nahtlos an. Von den vier Solisten hatte die Sopranistin Lisa Solovyova die anspruchsvollsten Aufgaben zu erfüllen. Herzstück bildete ein anrührender und klangschöner Vortrag des überirdisch schönen „Laudate dominum“.

Haydns sogenannte „Nelson-Messe“ aus den unruhigen Jahren um 1798 ist stilistisch zersplitterter angelegt und von einer beschwörenden Unruhe durchsetzt. Hermann Godland traf auch diesen unterschwelligen Ton des um Frieden flehenden Werks, ohne das Werk emotional zu überfrachten. Die vor allem im Credo rasch aufeinanderfolgenden Stilwechsel bewältigten alle Beteiligten mit Bravour. Auch das Solistenquartett, in dem die Sopranistin Melina Knauss die virtuosen Anforderungen ihrer Partie vorzüglich meisterte. Nicht minder überzeugend die Mezzosopranistin Coline Dutilleul mit ihrer beachtlichen Legato-Kultur.

Viel Beifall für eine wiederum rundum gelungene Leistungsschau des musikalischen Nachwuchses.

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