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Bonn: Bundeskunsthalle: Zukunft der Konzerte ungewiss

Bonn : Bundeskunsthalle: Zukunft der Konzerte ungewiss

Die Bonner Bundeskunsthalle wird nach Einschätzung ihres Geschäftsführers Bernhard Spies bis zum Jahresende wieder schuldenfrei sein. Das renommierte Haus war 2007 wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Intendant und Geschäftsführer mussten ihren Hut nehmen.

Als Spies vor anderthalb Jahren das Amt des Geschäftsführers übernahm, stand er vor einem Schuldenberg von 2,4 Millionen Euro. Ende 2008 seien es noch 460.000 Euro gewesen, sagte Spies am Mittwoch. Nicht zuletzt auch Dank günstiger Besucherzahlen gehe er davon aus, dass er im Jahr 2010 mit einem ausgeglichenen Haushalt werde arbeiten können.

Erreicht wurde die finanzielle Gesundung durch eine radikale Überarbeitung der internen Organisation. So wurde etwa das Bestellungssystem erneuert. „Doppelbestellungen werden so verhindert”, sagte Spies. Sehr konsequent wurden Ausschreibungen auf den Weg gebracht. Das alles habe zu Minderausgaben bei gleichen Leistungen geführt.

16 Millionen Euro erhält die Bundeskunsthalle im Jahr vom Bund. Spies hofft darauf, dass sich an dem Betrag auch im kommenden Haushaltsjahr nichts ändern wird.

Erfreuliche Besucherzahlen

Hinzu kommen rund drei Millionen Euro, die das Haus selbst erwirtschaftet. Die Besucherzahlen sind nach Angaben von Spies sehr erfreulich. So wurden etwa bei der Modigliani-Ausstellung 130.000 Besucher gezählt, und die Sammlung Winterthur sahen 90.000 Gäste. Die im August eröffnete Ausstellung James Cook haben bis zum vergangenen Dienstag 11.000 Menschen gesehen. Die am 9. Oktober beginnende Retrospektive mit Werken des Malers Markus Lüpertz verspricht ebenfalls, ein Publikumsmagnet zu werden.

Ungewiss ist dagegen die Zukunft der Konzertveranstaltungen auf dem Museumsplatz, die in die Verantwortung der Veranstaltergemeinschaft Kultevent fallen. 2008 kamen laut Spies zu den 24 Open-Air-Veranstaltungen etwa 60.000 Besucher. Damit habe die Bundeskunsthalle die Konzertsaison mit einer schwarzen Null abschließen können. In der gerade beendeten Saison 2009 habe es aber lediglich 14 Konzerte und eine mehrtägige messeähnliche Veranstaltung gegeben.

33.900 Zuschauer wurden insgesamt gezählt. „Das entwickelt sich in die falsche Richtung”, sagte Spies. Zwar habe die Bundeskunsthalle eine Lizenz von fünf Jahren an Kultevent vergeben. Man habe sich aber ursprünglich auf 20 Konzerte im Jahr geeinigt. In diesen Tagen müsse der Vertrag für die neue Saison abgeschlossen werden. Der Auftrag für den Bühnenaufbau, der in den Verantwortungsbereich der Bundeskunsthalle fällt, werde aber nicht erteilt, bevor die Veranstaltergemeinschaft die notwendige Bürgschaft dafür vorlege.