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Bonn: Bundeskunsthalle zeigt buddhistisches Erbe Pakistans

Bonn : Bundeskunsthalle zeigt buddhistisches Erbe Pakistans

Das buddhistische Erbe Pakistans steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung der Bonner Bundeskunsthalle. Von Freitag bis zum 15. März stellt die Schau die historische Region Gandhara in den Mittelpunkt, die heute das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan bildet.

Sie wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als die in Fels gehauenen größten Buddhastatuen der Welt in Bamiyan von den Taliban im März 2001 gesprengt wurden.

Gezeigt werden rund 300 Objekte aus der Blütezeit der Kunst Gandharas vom 1. bis 5. Jahrhundert nach Christus. Darunter befinden sich Steinskulpturen, filigran ausgearbeitete Reliefs, wertvolle Münzen und Goldschmuck. Anschließend ist die Ausstellung ab 9. April im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.

Die Schau präsentiert die Region als Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. So kamen durch den Handel entlang der Seidenstraße auch indische, persische, griechische und römische Einflüsse nach Gandhara. Auf diesem Weg verbreitete sich auch der aus Indien kommende Buddhismus. Zudem begründeten die großräumigen Eroberungen Alexanders des Großen den Einfluss der griechischen Kultur.

Beim Thema Religionen belegt die Ausstellung, dass Gandhara Heimat vieler unterschiedlicher religiöser Kulte war. So finden sich Hinweise auf westliche, zoroastrische und brahmanische Gottheiten. Darüber hinaus wurden populäre Gottheiten, meist Naturgenien, in die buddhistische Kunst integriert.

Die Ausstellungsarchitektur ist einem für Gandhara typischen buddhistischen Klosterhof nachempfunden. Den zentralen Mittelpunkt bildet ein Stupa - ein Monument, auf dem die spirituelle Entwicklung eines Buddha in 36 Reliefs dargestellt ist. Die Ausstellungsräume um den Stupa geben Einblick in die kulturellen Hintergründe und die Architektur von Gandhara. Ein Highlight der Ausstellung ist die virtuelle Rekonstruktion der zerstörten Buddhastatuen aus Bamiyan.

Gemeinsam mit den Fachbereichen Informatik/Telekommunikation und Architektur der Technischen Hochschule Aachen lässt die Bundeskunsthalle die zerstörten Buddhastatuen mit Hilfe moderner 3D-Rekonstruktion wieder aufleben. Seit mehreren Jahren bemühen sich Experten um die dauerhafte Sicherung der verbliebenen Originalfragmente. Durch neue Dokumentationstechniken sei es gelungen, die Geometrie des Denkmals mit einer speziellen Lasertechnologie zu erfassen. Die Messdaten werden in der Ausstellung in einer Stereoprojektion dreidimensional dargestellt und so für den Besucher mit Hilfe von speziellen Brillen sichtbar gemacht.

Für die Ausstellung wurde zudem der Aufbau einer der am besten erhaltenen Klosteranlagen - das heutige Weltkulturerbe Takht-i Bahi in Nord-West-Pakistan - analysiert und in einer Computeranimation nachkonstruiert.