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Aachen: Bundesjuristenorchester beweist virtuoses Können

Aachen : Bundesjuristenorchester beweist virtuoses Können

Juristen bestätigt man gemeinhein den sicheren Umgang mit Gesetzbüchern und Paragraphen, nicht jedoch mit Notenmaterial und Instrumenten.

Dass beide Talente nicht nur harmonieren, sondern meisterhaft interpretierte Konzerte zur Folge haben können, stellte das Bundesjuristenorchester unter der Leitung von Klaus-Peter Modest im bis auf den letzten Platz gefüllten Krönungssaal des Aachener Rathauses eindrucksvoll unter Beweis.

In einführenden Worten zitierte der Düsseldorfer Oberlandesrichter Johannes Gude das Motto des nachdenklich stimmenden Abends: „Musik ist ein Gespräch von Seele zu Seele”. Damit spielte er auf den Benefizcharakter des Konzertes hin, dessen Reinerlös der Lebenshilfe Aachen zugute kam.

Die gemeinnützige Institution praktiziert in besonderes individueller Weise musikalische Therapien für behinderte Menschen.

Mit außergewöhnlichen Instrumenten, deren weitere Anschaffung man angestrebt, wird vorwiegend Kindern der Zugang zur Musik geebnet, die dadurch einen Weg finden, instinktiv ihrer Umwelt Gefühle und Empfindungen zu vermitteln.

Einleitend überzeugte das erst vor 1 1/2 Jahren gegründete Ensemble mit Franz Schuberts „Ouvertüre im italienischen Stil”.

Die Münchner Sopranistin Anja Frank begeisterte im Anschluß mit einem ausdrucksstarkem und klaren Sopran und Mozart-Arien aus „Don Giovanni” und „Figaros Hochzeit”.

Vorläufiger Höhepunkt des Programmms war Mozarts Konzert für Horn und Orchester mit dem zweiten Gast, Stefan Dohr, dem Solohornist der Berliner Philharmoniker.

Dohr interpretierte das Werk zurückhaltend und feinfühlig differenziert. Nicht erst hier machte sich die akustische Besonderheit des Gewölbes bemerkbar. Nach der Pause glänzte das Orchester mit Beethovens Symphonie Nr. 1 C-Dur.

Am Ende viel Applaus für ein ein bemerkenswert geschlossenes und impulsgebendes Orchester. Die Zugabe stand dann doch noch ganz im Zeichen der Justiz.

Modest erinnerte ironisch-musikalisch mit Papagenos „Ein Mädchen oder Weibchen” aus der „Zauberföte „an Pragraf 242 des BGB: „Üb immer Treu und Redlichkeit...”