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Thelens Buchtipp: Ungeheuer, die nach und nach hervortreten

Thelens Buchtipp : Ungeheuer, die nach und nach hervortreten

In Teil 14 unserer kleinen Buchtipp-Reihe empfehlen wir "Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara. Ein außerordentlicher Roman, der mitunter auch an die Nerven geht und weh tut.

Vielleicht gebietet es die Fairness, vor diesem Buch zu warnen. Immerhin ist dieser dicke Schinken alles andere als eine locker-flockige Urlaubslektüre. Ehrlich gesagt: Dieses Buch ist eine Herausforderung. Weil aber niemand vorschreibt, dass es im Urlaub vorzugsweise leichte Kost sein muss, gehört dieser große Wurf von Hanya Yanagihara unbedingt in die Liste.

Jude, JB, Willem und Malcolm: vier New Yorker, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten.

„Ein wenig Leben“ erzählt auf wundersame Weise sehr viel vom Leben. Es gibt etliche Passagen in diesem Roman, die tatsächlich an die Nerven gehen und weh tun. Sie sollten sich nicht abhalten lassen, in dieses außerordentliche Werk einzutauchen.

Hanya Yanagihara: „Ein wenig Leben“ (2018), 960 Seiten

Hanya Yanagihara: „Ein wenig Leben“ (2018), 960 Seiten
Hanya Yanagihara: „Ein wenig Leben“ (2018), 960 Seiten Foto: ZVA/xxxxx