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Thelens Buchtipp: Trügerische Idylle

Thelens Buchtipp : Trügerische Idylle

In der zwölften Ausgabe unserer Buchtipp-Reihe empfehlen wir „Alles, was wir geben mussten“ des japanischen Literaturnobelpreisträgers Kazuo Ishiguro. Ein zutiefst menschliches Buch.

Ein Speisesaal, ein Sportplatz und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so freundlich und engagiert sie auch sind, heißen hier „Wächter“ und lassen die Kinder früh spüren, dass ihnen ein besonderes Schicksal auferlegt worden ist.

Diese Gewissheit verbindet Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe – bis für zwei von ihnen das Ende naht.

Der japanische Literaturnobelpreisträger Ishiguro hat eine Reihe bemerkenswerter Romane verfasst. „Alles, was wir geben mussten“ ragt unter all seinen Büchern heraus. Es ist ein zutiefst menschliches Buch, das den Leserinnen und Lesern eine mögliche Zukunft offenbart, die ganz sicher kein Mensch so haben will.

Ishiguro ist ein Meister des sehr beherrschten Wortes, der niemals Gefahr läuft, über die Geschichte, die er erzählt, die Kontrolle zu verlieren. Alles fließt in dieser wohl dosierten Sprache. Sich diesem ruhigen Fluss hinzugeben, wird zum Erlebnis der schönsten Art.

Kazuo Ishiguro: „Alles, was wir geben mussten“ (2005), 349 Seiten

 Kazuo Ishiguro: „Alles, was wir geben mussten“ (2005), 349 Seiten
Kazuo Ishiguro: „Alles, was wir geben mussten“ (2005), 349 Seiten Foto: ZVA/xxxx