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Roman „Ein Hummerleben“ von Erik Fosnes Hansen

Roman „Ein Hummerleben“ : Wendung in der vermeindlichen Idylle

Seine glamourösen Zeiten hat das Hotel in den norwegischen Bergen längst hinter sich. Immer weniger Gäste kommen in das einst mondäne Haus. Der Hoteldirektor versucht allen Widrigkeiten zum Trotz, die alten Zeiten am Leben zu erhalten, und verschließt die Augen vor dem drohenden Bankrott.

Ihm zur Seite steht seine Frau, eine Wienerin, die aus Liebe zu ihm in die Einsamkeit Norwegens gezogen ist, und Enkel Sedd, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Seine Mutter gilt als verschollen, über den Vater wird geschwiegen. Und so wächst er in den altmodischen Traditionen seiner Großeltern auf.

Die Erzählperspektive des Jungen ist ein gelungener Coup des Autors. Hansen gelingt es, die vermeintliche Idylle lange aufrecht zu erhalten. Durch die naiv-kindlichen, vorbehaltlosen Schilderungen des Jungen blitzt früh durch, welche Wendung die Geschichte nehmen wird.

(cc)