Roman „Ein feiner Kerl“ von Willy Vlautin

Roman von Willy Vlautin : Eine Decke von Melancholie und Schwermut

Das Leben in der Provinz im Südwesten der USA und die Vielfalt der Einsamkeit sind die Themen dieses Romans. Der junge Horace Hopper lebt bei dem älteren Farmer-Ehepaar Reese.

Seit er 14 Jahre alt ist, hilft er ihnen bei den Arbeiten auf ihrer Ranch. Er ist für die Reeses wie ein Sohn und für Farmer Reese der Erbe, der in nicht allzu ferner Zukunft Haus und Hof übernehmen soll. Doch Horace hat andere Pläne. Er will in der Stadt sein Glück als Boxchampion versuchen.

Gleich einem Identitätswandel streift er sein bisheriges Leben ab. Nicht länger will er sich als ein „Niemand“ fühlen, sondern mit neuem Selbstbewusstsein erfolgreich sein. Anschaulich werden die inneren Zerwürfnisse und das Gefühl des Alleingelassenseins aufgezeichnet.

Der Autor erzählt mit Zuneigung von geplatzten Träumen seiner Figuren und deren Sehnsucht nach einem anderen Leben. Seine Sprache ist gradlinig und ehrlich. Dennoch liegt eine Decke von Melancholie und Schwermut auf der gesamten Geschichte.

(ne)
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