Krimi "Muttertag" von Nele Neuhaus

Krimi „Muttertag“ : Ermittler-Duo findet menschliche Knochen im Hundezwinger

Der alte Theodor Reifenrath stirbt, seine Leiche wird erst nach Tagen gefunden. Was zunächst wie ein trauriger Fall von Vereinsamung aussieht, wandelt sich zum puren Grauen.

Denn in einem Hundezwinger auf seinem Hof finden die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein menschliche Knochen. Gleich mehrere tote Frauen liegen unter dem Zwinger begraben. Im neuen Taunus-Krimi „Muttertag“ von Nele Neuhaus ist ein Serienmörder am Werk.

Hat Reifenrath die Frauen auf dem Gewissen? Wenn, dann nicht allein, denn die Mordserie ist auch mit seinem Tod nicht gestoppt. Als die Ermittler Reifenraths Familiengeschichte auseinanderdröseln, stoßen sie auf eine Menge dunkler Geheimnisse – und eine Menge Tatverdächtiger.

Reifenrath und seine Frau Rita hatten in den 1960er Jahren Pflegekinder bei sich aufgenommen. Bei ihren Recherchen stellen Sander und Bodenstein fest, dass Rita Reifenrath die Jungen misshandelt hat. Außerdem ertrank damals ein Nachbarmädchen unter mysteriösen Umständen und Rita nahm sich angeblich das Leben.

Im Laufe der Ermittlungen können immer mehr alte, bis dahin nicht aufgeklärte Mordfälle mit dem Serienkiller in Verbindung gebracht werden. Alle Opfer wurden in Folie eingewickelt, ertränkt und tiefgekühlt, und verschwanden am Muttertag. Und bald ist wieder Muttertag.

Nele Neuhaus verknüpft im neunten Teil ihrer Taunus-Krimi-Reihe geschickt die Handlungsfäden. Wobei diese für den Leser teils schwer zu entwirren sind: Es kommen so viele Personen vor, dass man nur mühsam den Überblick behalten kann. Wer als Leser neu in die Taunus-Reihe einsteigen möchte, sollte deshalb lieber mit einem anderen Band als „Muttertag“ beginnen. Denn einschließlich der Ermittler der Kripo Hofheim, die in jedem Teil vorkommen, würde die Vielzahl der Namen ihn wohl überfordern.

Auch „Muttertag“ ist wieder zu einem Erfolg werden, trotz mancher Längen und eines völlig übertriebenen Showdown am Frankfurter Flughafen, der leider so gar nicht zu der Geschichte passt. Somit bleibt beim Leser am Ende Kopfschütteln – und die Hoffnung, dass der nächste Band wieder besser wird.

(pea)
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