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Krimi „Kohlenwäsche“ von Thomas Salzmann

„Kohlenwäsche“ : Thomas Salzmanns überzeugt mit Krimi-Debüt

Gegen Claude Freistein ist Joseph Beuys ein Anfänger. Während sich Beuys damit begnügte, aus tierischem Rahm gewonnenes Fett in Ecken zu streichen, installiert Freistein die Köpfe von Schweinen in sieben Metern Höhe einer Halle auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein.

Dort wird der Aktionskünstler ermordet. Aufklären soll den Mord Hauptkommissarin Frederike Stier. Die 61-Jährige ist herzkrank, verbittert, wird gemobbt. Thomas Salzmanns Krimi-Debüt gelingt überzeugend.

Weil es nicht nur mit feinen Seitenhieben auf eine Kunstszene, die sich selbst ad absurdum führt, punkten kann, sondern mit einer anfangs sperrigen Heldin. Je länger man Stier kennt, desto mehr mag man sie. Was man ahnt, bestätigt sich: in Stiers Leben hat sich etwas ereignet, was sie aus der Bahn geworfen hat. Wie sie noch einmal Anlauf nimmt, noch einmal alles gibt, ist grandios. Mehr davon!

(sus)