Krimi „Die Macht am Rhein“ von Maren Friedlaender und Olaf Müller

Krimi „Die Macht am Rhein“ : Aachener Kommissar Michael Fett ermittelt in Köln

Der Aachener Kommissar Michael Fett hat schlechte Laune. Schuld daran ist eine 70 Kilometer östlich gelegene Metropole: „Köln, dieser Moloch, diese ewig verhöhnerte Stadt, diese Junggesellenabschiedsdauerparty“.

Weil der Mann, der tot in einer Pferdebox in Köln-Weidenpech gefunden wird, aus Aachen stammt, muss Fett Amtshilfe leisten und – anfangs nur sehr widerwillig, dann aber umso lieber – mit der Kölner Kollegin Theresa Rosenthal zusammenarbeiten. Das Buch – von beiden Autoren kapitelweise abwechselnd verfasst – führt den eigenbrötlerisch veranlagten Fett und die aus hochadligem Haus stammende Rosenthal zusammen.

Weitere Hauptfiguren sind Parteimitglieder, Stadträte, Abgeordnete oder Enthüllungsjournalisten. Deren Gedanken zur Lage im Rheinland nehmen breiten Raum ein. Beide Autoren kennen sich aus; sie war lange Jahre im Kulturausschuss der Stadt Köln, er Mitarbeiter eines Landtagsabgeordneten und im Kulturausschuss der Kommune. Mitunter ufert der Wunsch, dieses Wissen zu teilen, jedoch aus. Seitenlange politische Reden und epische innere Monologe gehen zu Lasten der Spannung.

Wesentlich leichtfüßiger kommt dagegen der Flirt von Fett und Rosenthal daher. Wobei es nicht beim Flirten bleibt. Die Affäre wird charmant und prickelnd beschrieben, besonders schön gerät das Kapital, das in Lüttich spielt, wo das Spiel mit dem Feuer zum Flächenbrand wird. Fett hatte bislang wenig Glück bei Frauen und stößt endlich mal auf Gegenliebe. Die Kommissarin ist zwei Mal geschieden und zum dritten Mal verheiratet.

Die Suche nach dem Täter oder der Täterin gestaltet sich schwierig. Denn zu Lebzeiten hat sich der ermordete Aachener Verleger Armin Verhülsten jede Menge Feinde gemacht. Entsprechend groß ist die Anzahl der Verdächtigen. Zumal Fett und Rosenthal vor einem Riesenrätsel stehen: Wie hat der Täter oder die Täterin den als ausgeglichen bekannten Deckhengst „Daydream“ dazu gebracht, den Medienzar zu Tode zu trampeln?

(sus)
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