Roman „Pixeltänzer“: Kann man noch etwas Aufregendes machen?

Roman „Pixeltänzer“ : Kann man noch etwas Aufregendes machen?

Kann man heutzutage – in einer Zeit, in der gefühlt alles schon von irgendwem ausprobiert wurde – noch etwas Unerwartetes, Aufregendes machen? Darum geht es in Berit Glanz’ Debütroman „Pixeltänzer“, der äußerst lesenswert ist.

Das Buch behandelt die hippe Start-up-Szene, in der Protagonistin Beta arbeitet. Dort wirft man mit Anglizismen um sich und beschwört den Teamgeist. Über eine Anruf-App lernt Beta den mysteriösen Tobbogan kennen, der sie der expressionistischen Künstlerin Lavinia Schulz der 20er Jahre näherbringt. Inspiriert von Lavinia hinterfragt Beta ihr komfortables Leben.

Beide Erzählstränge sind für sich überzeugend , auch die Verknüpfung gelingt wunderbar. Grandios ist die Sprache: stellenweise herrlich ironisch und mit wunderbaren Vergleichen. Nur ein Beispiel: Köln als „Stadt, die das in Beton gegossene Äquivalent eines Sechzigerjahre-Gewerbegebiets ist“.

(mgu)