Jugendroman „Wo die Freiheit wächst“ von Frank M. Reifenberg

„Wo die Freiheit wächst“ : Jugendroman beeindruckt auch erwachsene Leser

Im 18. Jahrhundert waren Briefromane Bestseller. Moderne Leser sind mit dieser Form kaum vertraut. Es sei denn, es werden (fiktive) E-Mails ausgetauscht.

Im März 1942, als die 16-jährige Lene Meister eine Friseurlehre in Köln macht, gibt es noch kein Internet. Seit einem Jahr wird die Stadt bombadiert. Lenes beste Freundin Rosi ist mit ihrer Familie in Ostwestfalen, wo sie auf einem Gutshof im Haushalt hilft. Die jungen Mädchen berichten einander von ihrem Alltag, vom Heulen der Sirenen und vom Heimweh.

Aber auch von ihren Träumen und der ersten Liebe. Die heißt in Lenes Fall Erich. Er bewirkt, dass sie ihre Hitlertreue hinterfragt. Was im Untertitel „Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten“ heißt, macht die NS-Zeit für Jugendliche ungemein lebendig. Aber auch Erwachsene lassen sich von den emsigen Briefeschreibern und ihrer Sicht der Dinge beeindrucken.

(sus)
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