Gelesen: „Friedinger“ von Stefan Kutzenberger

Gelesen: „Friedinger“ von Stefan Kutzenberger

Der entscheidende Hinweis steht auf Seite 124. Hier gesteht der Autor, dass sich sein Interesse von Romanen auf die Autobiografie verlagert habe, „die automatisch zu einer Pseudobiografie werden musste.“ Darum handelt es sich bei „Friedinger“.

Der Held heißt wie der Autor, beide stammen aus Linz und leben in Wien, Alter und Beruf stimmen überein. Erhärtet wird der autobiografische Anspruch noch durch Fotografien. Aber hat Kutzenberger, der Autor, tatsächlich von seiner Frau eine Kreta-Reise geschenkt bekommen? Wie Kutzenberger, der Ich-Erzähler?

Um dort, im September 2015, endlich seinen lang geplanten Roman zu schreiben? Hat er tatsächlich eine Affäre mit der jungen Französin Celia begonnen? Und Karl Friedinger kennengelernt, der ihm die Geschichte eines Mordes erzählt?

All das scheint fraglich, aber man will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. Zumal der zweite Frühling des Helden durchaus komische Seiten hat: „Das Einzige, das noch lächerlicher ist als ein unpublizierter Autor, ist ein Autor, der nicht schreibt.“

(sus)
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