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Erzählungen „Sieben Versuche zu lieben“ von Maxim Biller

„Sieben Versuche zu lieben“ : Ein rührendes und berührendes Portraitpuzzle

Maxim Biller blickt erneut tief in die Seele seiner Familie. Mit dem, was er da schreibt und eben nicht schreibt, gelingt ihm ein rührendes und berührendes Portraitpuzzle. Keinem Zweiten gelingt es, so herzenswarm in familiäre Abgründe zu stürzen.

Er lädt ein, an Begegnungen teilzuhaben, die sein Leben bestimmten. Schnell fühlt sich der Leser als Teil der Familie, willkommen und doch mit Geheimnissen konfrontiert, deren Tragweite Biller gekonnt andeutet und sie doch nicht samt und sonders aufdeckt. Das bewegt.

Der gebrochene Vater, die melancholische Mutter, die schwierige Schwester und besonders der zornige Erzähler – der Leser gewinnt sie schnell lieb. Der gebürtige Prager, der mit zehn Jahren nach München zog, beweist, dass er einer der stärksten deutschsprachigen Erzähler der Gegenwart ist und immer wieder aufs Neue Bücher schreibt, die das Zeug haben, Klassiker zu werden.

(tka)