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Thelens Buchtipp: Eine Geschichte, die einem nachhängt

Thelens Buchtipp : Eine Geschichte, die einem nachhängt

Die 13. Folgen unserer kleinen literarischen Sommerreihe nimmt Rolf Lapperts „Nach Hause schwimmen“ in den Blick. Eine wahre Wohltat.

Wilbur, gerade einmal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine Mutter stirbt bei der Geburt, sein Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Als seine Großeltern ihn zu sich holen, erfährt er endlich, was Heimat ist.

Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Wilbur gerät aus der Bahn. Gern wäre er so stark wie Bruce Willis, doch er hält sich für einen ewigen Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen zu leben.

Man muss keine hellseherischen Fähigkeiten haben, um zu erkennen, dass der Schweizer Rolf Lappert ein Fan von John Irving ist. Tatsächlich erinnert Wilbur sehr stark an Irvings unvergleichliche Romangestalt Owen Meany aus dem gleichnamigen Roman.

Dabei handelt es sich hier keineswegs um eine uninspirierte Kopie. Lappert erzählt eine Geschichte, die einem, sobald man die letzte Seite umgeblättert hat, noch eine ganze Weile nachhängt. Bücher können eine Wohltat sein. Dieses hier gehört ganz sicher dazu.

Rolf Lappert: „Nach Hause schwimmen“ (2008), 608 Seiten

Thelens Buchtipp: Eine Geschichte, die einem nachhängt
Foto: ZVA/xxxx