„Edgar Ende – Melancholie und Verheißung“ von Axel Hinrich Murken und Arne Reimann

Sachbuch zu Autor : „Edgar Ende – Melancholie und Verheißung“

Der Schriftsteller Michael Ende (1929-1995) hinterließ ein literarisches Gesamtwerk, das sich weltweit über 30 Milllionen Mal verkaufte und das in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde.

Jugendbücher wie „Die unendliche Geschichte“, „Momo“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ prägten Generationen. „Michael Ende griff die Gedankenwelt seines Vaters auf und setzte ihm in seinen Romanen und Erzählungen ein literarisches Denkmal“, heißt es in einer Information zur der Ausstellung in Haus Opherdicke in Holzwickede (Kreis Unna), in der das Werk des Vaters, des surrealistischen Malers Edgar Ende (1901–1965), bis zum 24. Februar 2019 präsentiert wird.

Eines dieser „Denkmäler“ ist „Der Spiegel im Spiegel: Ein Labyrinth“ aus dem Jahr 1983 – eine surrealistische Geschichtensammlung, in der alle Erzählungen verknüpft sind. Ende schrieb sie für seinen Vater und dessen künstlerisches Lebenswerk. Dem ist auch die Ausstellung in Holzwickede gewidmet, aus deren Anlass das wundervolle Buch „Edgar Ende – Melancholie und Verheißung“ mit zahlreichen Werken des Künstlers erschienen ist. Herausgeber sind der Herzogenrather Arzt und Medizin- und Kunsthistoriker Prof. Axel Hinrich Murken und Kurator Arne Reiman. Murken ist ein profunder Kenner Edgar Endes und hat auch den Hauptteil der Texte verfasst.

Das Buch bedient gleichermaßen wissenschaftliche wie populär-wissenschaftliche Ansprüche und informiert umfassend über den Künstler und seine Arbeiten. Murken schreibt: „Wenn Edgar Endes Oeuvre bisher nicht wie etwa die Malerei von Max Ernst, Richard Oelze oder Yves Tanguy einen angemessenen Stellenwert in der surrealistischen Kunst des 20. Jahrhunderts bekommen hat, mag dies vor allem an seiner zurückgezogenen Lebensweise und an dem Aufblühen der informellen Malerei in der Nachkriegszeit gelegen haben.“

Mit der Ausstellung und diesem Buch – beides beruht im Wesentlichen auf der Sammlung von Axel Hinrich Murken und seinen umfangreichen Recherchen zum Werk des Künstlers – holen Murken/Reimann Edgar Ende aus der drohenden Vergessenheit zurück. Das ist großartig!

(wp)
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